Archiv für den Monat: März 2009

Wählen: Was das Schwimmbad mit Politik zu tun hat

Warum wird so viel über Politik und Wahlen geredet? Und ist das nicht sowieso nur etwas für Erwachsene? Was darf eigentlich ein Bürgermeister alles machen? Unsere Lucky-Reporterin hat mit Professor Gunnar Schwarting gesprochen, der sich mit Politik und Wahlen auskennt.

Sind Wahlen wichtig, oder warum sprechen alle darüber?

Durch die Wahlen wird bestimmt, wer uns in den nächsten Jahren regieren wird. Gerade in den jetzt sehr turbulenten Zeiten ist das besonders wichtig. Denn: Wem trauen wir am ehesten zumit einer Krise fertig zu werden? Ohne Wahlen gibt es außerdem keine Demokratie. Deshalb wird so viel darüber gesprochen.

Warum gehen dann nicht alle Menschen zur Wahl?

Viele glauben, ihre einzelne Stimme würde „doch nichts bewirken“. Aber man muss sich nur vorstellen, was passiert, wenn nur ganz wenige zur Wahl gehen: Dann entscheidet eine ganz kleine Gruppe von Menschen darüber, wer uns zukünftig regieren soll – das kann doch nicht richtig sein.

Politikdas ist doch nur was für Erwachsene. Stimmt das?

Zwar dürfen Kinder nicht wählen, aber die Entscheidungen der Politiker betreffen sie natürlich auch. Wird meine Schule oder Sporthalle renoviert? Bekommen wir einen Radweg? Bleibt unser Freibad erhalten? Welche Fächer werden in unserer Schule unterrichtet? Aber auch: Wer garantiert, dass wir Kinder in einigen Jahrzehnten noch eine heile Umwelt haben? Wer sorgt dafür, dass wir Kinder später nicht Schulden, die jetzt gemacht werden, bezahlen müssen?

In vielen Dörfern und Städten wird auch der Bürgermeister gewählt. Welche Macht hat er denn eigentlich?

Der Bürgermeister muss sich selbstverständlich an die Gesetze halten. Außerdem braucht er oft die Zustimmung des Rates. Das sind Leute, die mit ihm zusammen Politik machen. Allerdings: Der Bürgermeister ist vom Volk gewählt, das verleiht ihm natürlich schon einen starken Rückhalt. Außerdem ist er Vorsitzender des Rates und kann die politische Diskussion leiten. Ein guter Bürgermeister entwickelt neue Ideen – aber er versucht nicht, sie sozusagen mit dem Kopf durch die Wand durchzusetzen.

Interview: Julia Kalck (Archiv: aus Luckys Kindermagazin vom 7. März 2009)