Archiv für den Monat: September 2010

Milch, Käse, Fleisch und Getreide: Ohne (Bauern-) Hof wär’s ganz schön doof!

Lucky hat die Gummistiefel angezogen und Bäuerin Gudrun auf dem „Langeichhof“ in Bonerath besucht.

“Muh!“ 20 Milchkühe und etwa genauso viele Kälber gibt es auf dem Langeichhof, einem Bauernhof in Bonerath, auf dem Bäuerin Gudrun Koltes mit ihrer Familie lebt und arbeitet. Auch Pferde, Schafe, Hunde und Katzen gehören dazu. „Hier hat jedes Tier seine Aufgaben“, erzählt die Landwirtin. Während die Hunde den Hof bewachen und durch ihr Bellen Besuch ankündigen, grasen die Kühe, Pferde und Schafe die Weiden ab. Später, wenn Mischlingshündin „Jule“ einmal groß genug ist, soll sie mithelfen, die Kühe von den Weiden in den Stall zu treiben, denn da werden sie zwei Mal am Tag gemolken, morgens und abends. „Und was passiert dann mit der ganzen Milch?“, will Lucky wissen. „Die Milch wird vom Tankwagen der Molkerei abgeholt, und dort entweder in Flaschen und Tüten abgefüllt, oder zu Butter, Joghurt und Käse weiterverarbeitet“, berichtet die Bäuerin.

„Mhm, Käse!“ Lucky läuft das Wasser im Mund zusammen. Gudrun erzählt ihm, dass die Kühe aber nicht nur wegen ihrer Milch mit auf dem Hof leben. „Auch Fleisch zum Essen und zum Weiterverkaufen bekommen wir von den Kühen“, sagt sie. „Miau!“ – Oh weh, welche Aufgaben die Katzen auf dem Bauernhof haben, will Lucky lieber nicht so genau wissen und versteckt sich schnell hinter einem dicken Strohballen. Apropos Strohballen, „wir bauen hier auch eine Menge Getreide an“, erzählt Gudrun, „denn wo kein Getreide ist, ist auch kein richtiger Bauernhof.“

Lucky weiß jetzt, dass es viele verschiedene Bodensorten gibt. Die Nährstoffe, also die Vitamine aus den Böden vom Langeichhof, sind besonders zum Anbau von Hafer, Gerste und Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen geeignet. Aus einem Teil der Körner werden später Mehl, Bier und Haferflocken, manchmal sogar Schmelzflocken für Babynahrung, hergestellt. Den anderen Teil braucht der Bauernhof aber selbst, denn gemahlene oder gequetschte Triticalekörner sind für die Kühe wie für euch das Morgenmüsli. Sie geben Kraft und sorgen ganz nebenbei dafür, dass so eine Kuh noch mehr Milch und Fleisch liefert. Die Getreidehalme werden im Stall unter den Kühen ausgelegt, denn auch die müssen mal aufs Klo.

Mit den Kuhfladen vermischt, bringt die Landwirtin das Ganze dann als echten „Mist“ wieder auf die Felder zurück, damit das Getreide im nächsten Jahr noch besser wachsen kann. „Puh, wie das stinkt!“ Und trotzdem: „Ohne Bauernhof wär’s ganz schön doof“, denkt Lucky und freut sich schon auf sein nächstes Käsebrot.
Anja Fait  (Archiv: aus Luckys Kindermagazin vom 8. September 2010)