Hamburger wollen keine (Olympischen) Spiele

gjm5m9rl6.1Laufen, rudern, springen: Bei den Olympischen Spielen kämpfen die besten Athleten der Welt um Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. Alle vier Jahre finden diese Sportspiele in einer bestimmten Stadt statt, am Fest nehmen tausende Sportler teil. Es gibt sie im Sommer und im Winter.

Nun wollte auch die Stadt Hamburg im Norden von Deutschland (zusammen mit der nicht weit entfernten Hafenstadt Kiel) diese Olympischen Spiele organisieren, für das Jahr 2024. Das heißt, sie wollte sich beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hierfür bewerben, denn auch andere Städte möchten Ausrichter der Spiele sein. Das IOC ist quasi Chef der Olympischen Spiele. Es wurde im Jahres 1894 gegründet, um die damals ersten Olympischen Spiele der Neuzeit zu veranstalten.

Die Stadtchefs von Hamburg wollten also die Zustimmung der Menschen für die Spiele. Doch die haben sich anders entschieden. Am Sonntag gingen viele Hamburger zur Wahl, die Mehrheit von ihnen hat sich gegen die Bewerbung ausgesprochen. Damit hatte die Fans der Spiele nicht wirklich gerechnet.

Nun diskutieren Politiker und Sportler, warum die Menschen gegen die Spiele gestimmt haben. Die Gegner sagen, dass die Spiele für die Stadt zu teuer sind. Das Geld könne für andere Aufgaben ausgegeben werden. Denn vielleicht müssen Sportstätten und Straßen oder U-Bahn-Linien für die Spiele gebaut oder ausgebessert werden, aber braucht man nach den Spielen diese Anlagen? Wo werden die vielen Sportler untergebracht, wie müssen die Spiele vor Angriffen geschützt werden?

Die Befürworter der Spiele sagen hingegen, dass durch die Spiele viele Besucher nach Hamburg gekommen wären. Außerdem könnte man die neuen Anlagen weiternutzen. Und sie sagen, dass durch die Spiele auch andere Sportarten (wie Fechten oder Schwimmen) mehr Aufmerksamkeit in Deutschland erlangen würden – anders als zum Beispiel beim Fußball haben Vereine in diesen Sportarten weniger Geld für Turniere, Training oder Talentförderung.

Jetzt ist Hamburg also “aus aus dem Rennen”, wie eine Zeitung schreibt. Wer wird die Olympischen Sommerspiele im Jahr 2024 abhalten? Schon im Juli hatte eine andere Stadt den Rückzieher gemacht: Boston in den USA. Das IOC muss sich nun zwischen den verbliebenen Bewerbern entscheiden: Los Angeles (USA), Paris (Frankreich), Rom (Italien) und Budapest (Ungarn).

Übrigens: In Deutschland gab es bislang zwei Mal Olympische Spiele. Zum einen im Jahre 1936 in Berlin und Garmisch-Partenkirchen, dann nochmals 1972 in München. Zuletzt fanden die Spiele im Jahre 2012 in London in Großbritannien (Sommerspiele) und 2014 in Sotschi in Russland (Winter) statt. Die nächsten Sommerspiele sind 2016 in Rio de Janeiro, im Land Brasilien, die Winterspiele 2018 in Pyeongchang in Südkorea. Außerdem gibt es Olympische Spiele für Jugendliche (Jugendspiele) und für Sportler mit Behinderungen (Paralympics).