Babywindel und Fallschirm – das haben Frauen erfunden

Ihr habt ein Problem – egal welches, einfach irgendeins. Zum Beispiel wollt ihr, dass euer Kakao anders schmeckt. Oder dass die Blumen in eurem Garten schneller wachsen. Da gibt es aber noch nichts, das euch dabei helfen kann. Also müsst ihr es selbst erfinden. So ist das eben mit Erfindungen: Am Anfang steht immer ein Problem oder eine Frage, die ihr lösen wollt. Und um Erfindungen geht es hier auch. Genauer gesagt um Erfindungen von Frauen.

Eine berühmte Erfindung von einer Frau hat Lucky ja bereits in seinem Heft vorgestellt: Die Spülmaschine. Die hat eine Amerikanerin erfunden, die sich geärgert hat, dass ihre Bediensteten immer ihr Geschirr zerbrachen, wenn sie es gewaschen haben.

Aber was haben Frauen noch alles erfunden? Eine ganze Menge: Hier ist eine Liste, in der ihr mehr über einige der besten Erfindungen von Frauen lesen könnt.

 

Der Fallschirm

Als 1783 der Heißluftballon erfunden wurde, konnten die Menschen endlich fliegen. Manchen reichte das aber noch nicht: Sie wollten auch ganz ohne Hilfsmittel fliegen. Also erfanden sie Sprungtücher, sprangen aus dem Heißluftballon heraus, flogen, flogen, flogen und landeten dann mit dem Tuch. Das war allerdings alles andere als sicher. Sehr häufig verlief die Landung nicht wie geplant. Das hat dann aber Käthe Paulus aus Deutschland geändert. Sie erfand um 1900 einen Fallschirm, der in einen Rucksack verpackt war. Dieser war leicht, sehr fest und zuverlässig. Ab da funktionierte das Fallschirmspringen viel besser. Und auch heute noch sind alle Fallschirme nach demselben Prinzip aufgebaut. Die Erfindung von Paulus hat damit schon vielen Menschen das Leben gerettet.

 

Der Scheibenwischer

New York im Winter. Durch die Straßen zwischen den hohen Häusern pfeift der Wind und bringt eine ganze Menge Schnee mit sich. Der bleibt überall liegen: Auf Menschen, Straßen und den Scheiben einer Straßenbahn. In solch einer Bahn war Mary Anderson im Winter 1903. Es störte sie, dass der Fahrer immer wieder aussteigen musste, um die Scheiben vom Schnee zu säubern. Also experimentierte sie herum und baute schließlich einen Scheibenwischer. Der funktionierte so, dass der Fahrer an einer Kurbel drehte und sich damit der Scheibenwischer bewegte. Es war zwar nicht der erste Scheibenwischer der Welt, allerdings der erste, der tatsächlich funktionierte.

 

Die moderne Windel

Marion Donovan ist eine amerikanische Frau, deren Erfindung heute noch allen Müttern auf der Welt hilft. Sie hat nämlich eine moderne Form der Windeln erfunden. Lange Zeit gab es nämlich das Problem, dass die Windeln der Babys nicht dicht waren. Nachts mussten die Mütter dauernd die Windeln wechseln – und die Schlafanzüge und Bettwäsche der Kinder gleich mit. Als Donovan eines Nachts keine Lust mehr hatte, alle paar Stunden alles durchzuwechseln, begann sie mit ihren Erfindungen. Es gelang ihr nicht gleich, aber am Schluss packte sie es doch. Mit dem Material von Fallschirmen, Duschvorhängen und Stoff nähte sie eine Windel, die gemütlich saß, keine Entzündungen hervorrief und vor allem dicht war. Und sofort war ihr nächtlicher Schlaf gerettet.

Physikalische und chemische Entdeckungen

Marie Curie ist die wohl berühmteste Erfinderin der Welt. Sie war schon als Jugendliche besonders schlau und auch selbstbewusst. Sie wollte studieren, aber weil das den Frauen in ihrem Heimatland Polen damals noch erlaubt war, zog sie nach Paris in Frankreich. Dort studierte sie dann Physik und Mathematik. Als sie von der Forschung um den Stoff Uran hörte, war sie gleich interessiert. Um das Jahr 1900 begann sie selbst, damit zu forschen. Das besondere an Uran ist, dass es radioaktiv ist. Das heißt, Uran sendet Strahlung aus, die man nicht sehen, hören, riechen oder schmecken kann, die aber trotzdem da ist. Für Menschen ist sie gefährlich, wenn man dem Uran zu nahe kommt. Aber das Uran hat auch eine große Energie, die genutzt werden kann, um zum Beispiel Strom herzustellen. Die Strahlung des Urans war bereits bekannt, die hat der Physikprofessor von Curie bereits festgestellt. Sie selbst hat die Strahlung allerdings auch bei anderen Stoffen gefunden, zum Beispiel dem „Polonium”, das sie nach ihrer Heimat Polen so nannte. Und auch das Wort “radioaktiv” hat Curie dafür erfunden. Das kommt vom lateinischen „radio”, das Strahlung bedeutet. Für ihre Entdeckungen hat Curie den Nobelpreis erhalten, den höchstens Preis für Wissenschaftler. Und sie war die allererste Frau auf der Welt, die den Preis bekommen hat. Noch wichtiger aber: Marie Curie hat damit eine der wichtigsten Entdeckungen in der Naturwissenschaft gemacht.