Wie wurde das Internet erfunden?

Wir tippten das „L” ein und fragten am Telefon: Seht ihr das „L”?

Es klappte. Professor Leonard Kleinrock tippte auch das „O” und das „G” in den Computer. Er selbst saß in Massachusets, einer Stadt in den USA. Viele hundert Kilometer weiter erschienen die Buchstaben auf einem anderen PC. Es war das allererste Mal, dass so etwas funktionierte. Dann stürzte der Computer ab.

ARCHIV- Informatik-Professor Leonard Kleinrock steht in Los Angeles neben dem Interface Message Processor (IMP), mit dem 1969 die erste Internet-Verbindung zustande kam (jüngeres Archivfoto). Die vielleicht wichtigste Erfindung seit dem Buchdruck begann mit einem Computerabsturz. Es war am 29. Oktober 1969, als der Informatik-Professor Leonard Kleinrock und einer seiner Studenten versuchten, ihren Großrechner in Los Angeles mit einer Maschine im 500 Kilometer entfernten Stanford zu verbinden - ein Novum in der noch jungen Computerwissenschaft. «Wir tippten das L ein und fragten am Telefon: Seht ihr das L?», erinnert sich Kleinrock. Es klappte. Er tippte das O, das G - und dann stürzte der Rechner ab. Auch wenn die Einwahl mit dem Wort «Login» im zweiten Versuch klappte: Kleinrock und Kollegen kam die Verbindung zwischen den zwei kühlschrankgroßen Rechner keinesfalls revolutionär vor. Keine Kamera, kein Mikrophon hielt den historischen Moment fest, nur ein dürrer Protokolleintrag. Dennoch legten sie mit ihrer Forschung den Grundstein für die Vernetzung von Computern - und damit für das Internet, das vier Jahrzehnte später die Welt grundlegend verändert hat. Foto: Handout (zu dpa-Korr "Absturz mit Folgen: Wie das Internet zur Welt kam" vom 23.10.2009) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Professor Kleinrock neben dem Computer, mit dem er zum ersten Mal im Internet war.

Kleinrock hatte im Jahr 1969 als erster Mensch der Welt eine Internetverbindung erstellt und genutzt. Beim zweiten Versuch konnte er auch das komplette Wort „Login” schreiben. Login heißt bei technischen Sachen so viel wie Eingang – in diesem Fall der Eingang in das Internet. Die Computer, die Kleinrock und seine Kollegen damals nutzten, waren so groß wie Kühlschränke.

Der Professor ist allerdings nicht der einzige Erfinder des Internets. Da es sehr schwierig zu erfinden war, haben überall auf der Welt auch noch viele Jahre später Leute daran gearbeitet und wichtige Entdeckungen gemacht.

Einer davon ist zum Beispiel Tim Berners-Lee. Er ist Brite und hat zusammen mit einigen Schweizern herausgefunden, wie man das Internet programmiert. Also was für Kommandos man in den PC eintippen muss, damit man verschiedene Internetseiten überhaupt aufbauen und aufrufen kann. Das ist so, wie wenn ihr mit einem Freund zusammen ein Lego-Haus bauen wollt, aber nur er die Steine anfassen darf. Ihr müsst ihm sagen, was er tun soll und welcher Stein an welche Stelle kommen muss. Dazu müsst ihr euch sehr genau ausdrücken und euer Freund muss eure Erklärungen verstehen. Nur dann kann er alles genau nach euren Angaben zusammenbauen. Ihr seid in diesem Fall Tim Berners-Lee, der Programmierer, und euer Freund ist der Computer. Ihm sagt ihr, wie er das Lego-Haus, also das Internet, zusammenstellen soll.

Zum Themendienst-Bericht "Computer/Hardware/KORR/" von Susanne Wächter vom 7. Mai: Der Erfinder und sein Werk: 1989 präsentierte Konrad Zuse in Berlin einen Nachbau seiner im Zweiten Weltkrieg zerstörten Rechenmaschine Z1.(Archivbild vom 14.09.1989/Honorarfreie Veröffentlichung nur für gms-Themendienst-Bezieher) Foto nur s/w
Der erste Computer der Welt mit seinem Erfinder Conrad Zuse

 

Die erste Internetseite der Welt wurde übrigens von Schweizern gemacht. Sie ist auf Englisch und immer noch im Internet zu finden. Ihr erreicht sie über info.cern.ch.

Als die allerersten Versuche mit dem Internet funktioniert haben, wurde es schnell weiterentwickelt. Eine geheime Firma des amerikanischen Militärs namens „ARPA” war daran besonders stark beteiligt. Sie wollten das Internet für ihr Militär nutzen. Amerika war zu dieser Zeit nämlich ständig im Wettstreit mit Russland, wer die bessere Technik hat und wer stärker ist.

 

 

Aber auch viele Universitäten bastelten am Internet herum. Für sie war es ebenfalls nützlich: Damals waren nämlich alle Computer noch sehr spezialisiert und standen nur in Labors. Das heißt, in der einen großen Stadt gab es einen Computer, der besonders gut rechnen konnte. Und in einer anderen Stadt stand ein Computer, der besonders gut Bilder machen konnte. Wenn man also in einer Stadt mit einem Rechen-Computer war, aber ein Bild erstellen wollte, musste man viele Stunden in die andere Stadt fahren. Das war ein sehr großer Aufwand. Mit dem Internet konnte man diese Computer aber verbinden und die Aufgaben auch aus der Ferne ausführen, ohne einen Fuß aus dem eigenen Labor zu setzen.

ARCHIV - Auf dem Wenigemarkt ist am 10.12.2013 in Erfurt (Thüringen) das Logo eines WLAN-Hotspots von Kabel Deutschland zu sehen. Das geplante WLAN-Gesetz der schwarz-roten Regierungskoalition, mit dem eigentlich die Verbreitung von öffentlichen Hotspots gefördert werden soll, wird nach Einschätzung von Netzaktivisten genau das Gegenteil erreichen. Foto: Martin Schutt/dpa (zu dpa "Digitale Gesellschaft: WLAN-Gesetz verhindert offene Funknetze" vom 03.12.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Mittlerweile gibt es fast überall Internet. Sogar auch schon in Cafés und Einkaufsläden.

Heutzutage sind Computer und das Internet natürlich viel weiter verbreitet. Fast überall auf der Welt gibt es sie. Das ist nur aus einem Grund möglich: Jeder konnte am Internet mitarbeiten. Es gab und gibt immer noch keine Beschränkung. Jeder, der eine gute Idee und genügend Wissen hat, kann das Internet verbessern.

Das bringt aber natürlich auch Gefahren mit sich: Denn wenn jeder am Internet arbeiten kann, nutzen das manche eigensinnige Menschen auch für böse Zwecke: Sie bauen Fallen in das Internet ein und betrügen diejenigen, die nicht genug aufpassen. Sie stehlen dann zum Beispiel Dateien vom Computer oder fordern viel Geld. Daher ist das Internet sowohl sehr nützlich, als auch gefährlich.

In den nächsten Artikeln auf dieser Seite lest ihr dann, was in der ersten E-Mail geschrieben stand und warum es überhaupt Computer gibt.