Windhunde: Nur der Gepard ist schneller

Der Hund gehört zu den ältesten und treusten Freunden des Menschen. Verschiedene Hunderassen wurden zu verschiedenen Zwecken gezüchtet. Heute möchten wir euch den Windhund vorstellen. Schon die Menschen im alten Griechenland, Ägypten und Rom hielten sich Windhunde. Sie halfen den Menschen beim Jagen, da der Mensch zu langsam ist um zum Beispiel einen Hasen zu fangen. Im mittelalterlichen England durften sogar nur Adelige Windhunde halten. Normalerweise nutzen Hunde ihren sehr guten Geruchssinn um Beute bei der Jagd aufzuspüren – aber nicht die Windhunde – sie benutzen nämlich ihren Sehsinn. Fachleute nennen das „Jagd auf Sicht“.

In der heutigen Zeit werden Windhunde kaum noch zur Jagd eingesetzt, da Menschen mittlerweile Waffen erfunden haben, mit denen sie selber Tiere auf der Jagd erlegen können. Windhunde werden daher überwiegend als Haushunde gehalten. Sie werden auch bei speziellen Hunderennen eingesetzt, da sie so schnell sind. Nach den Geparden gelten Windhunde als die schnellsten Tiere der Welt, die an Land leben.

Es gibt zwei Arten von diesen Windhundrennen. Das klassische Rennen wird auf einer 480 Meter langen Strecke ausgetragen. Die Hunde jagen dabei einem künstlichen Hasen hinterher. Der Hund, der bei einem solchen Rennen als erster die Ziellinie überquert, ist der Gewinner des Rennens. Der andere Wettbewerb, an dem Windhunde teilnehmen können, nennt sich „Coursing“ (sprich: Kursing). Auch hierbei jagen die Hunde einem künstlichen Hasen hinterher. Der Unterschied zum klassischen Rennen ist jedoch, dass der künstliche Hase auch Haken schlägt. Er verhält sich also wie ein Hase in freier Wildbahn. Die Hunde werden bei diesem Wettbewerb von Punktrichtern bewertet. Es kommt auf Schnelligkeit, Eifer, Intelligenz, Gewandtheit und Kondition an.

In Großbritannien und Irland sind solche Rennen sehr beliebt. Die Zuschauer wetten dabei welcher Hund als erster ins Ziel kommt und können, wenn sie richtig liegen, Geld verdienen. Da man mit Hunderennen in Großbritannien und Irland viel Geld verdienen kann, werden auch viele Windhunde gezüchtet. Traurig ist, dass Windhunde, die als zu langsam oder zu alt gelten, ausgemustert werden. Dies betrifft pro Jahr ungefähr 50.000 Hunde. Sie werden im besten Fall verkauft, im schlimmsten Fall getötet.

In Deutschland sind Hunderennen, bei denen wetten kann, verboten.

 

Drei Fragen an den Windhundexperten Werner Wilhelm (1. Vorsitzender des Windhund-Renn- und -Coursing Vereins Saar-Pfalz e. V.)

Wie schnell können Windhunde laufen?

Werner Wilhelm: Der schnellste Windhund ist der englische Greyhound. Er erreicht Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 70 Kilometern pro Stunde. Unser Vereinsrekord wurde ebenfalls von einem Greyhound aufgestellt. Er lief die 480 Meter lange Strecke in 28,56 Sekunden.

Wie viele Hunderennen finden in Deutschland statt?

Werner Wilhelm: Pro Jahr gibt es ungefähr 50 offizielle Rennen und Wettbewerbe. Sie werden vom „Verband für das Deutsche Hundewesen“ (kurz: VdH) organisiert. Daneben gibt es noch viele internationale Rennen, von denen manche auch in Deutschland ausgetragen werden.

Sind Windhunde kinder- und familientauglich?

Werner Wilhelm: Absolut! Windhunde sind sehr brave, anschmiegsame Tiere. Manchmal verhalten sie sich katzenartig – sie schleichen also im Haus herum. Es kommt auch immer auf die Persönlichkeit des Hundes an und die Menschen in seinem Umfeld an.