Archiv für den Monat: November 2016

Lernen mit Hand, Herz und Kopf: Kinder informieren sich über ihre Rechte  

Wisst ihr, dass es überall auf der Welt verschiedene Gesetze gibt? Der Sinn von Gesetzen ist, das Leben von Menschen untereinander zu regeln. Jeder Mensch hat nämlich bestimmte Rechte, wie zum Beispiel vor schlimmen Dingen beschützt zu werden, oder dass man ohne Angst sagen darf, was man denkt und was man möchte.

Es gibt allgemeine Rechte für alle Menschen (die sogenannten Menschenrechte) und auch spezielle Rechte für bestimmte Gruppen. Eine solche Sammlung von speziellen Rechten sind die Kinderrechte. Jedes Jahr am 20. November wird auf die Rechte der Kinder aufmerksam gemacht. Es ist Tag der Kinderrechte.

Die ehrenamtlichen Mitglieder der toupi-group freuen sich auf den Workshop
Die ehrenamtlichen Mitglieder der Toupi-Gruppe freuen sich auf den Workshop. Foto: Daniel Zimmermann

Auch in Trier gibt es deswegen eine besondere Ausstellung für Kinder in der Volkshochschule am Domfreihof. Die Mitglieder der toupi-group (sprich: tuupi-gruup), einer Gruppe von Menschen, die sich für Kinderrechte einsetzen, haben drei Schulklassen der Keune-Grundschule in Trier die Kinderrechte erklärt.

 

 

Spannende Fragen werden geklärt und viel Neues gelernt.
Spannende Fragen werden geklärt und viel Neues gelernt. Foto: Daniel Zimmermann

50 Drittklässler haben bei dem Projekt mitgemacht und an mehreren Stationen unterschiedliche Dinge zu den Kinderrechten gelernt. Dabei wurde zusammen mit den Schülern wichtigen Fragen nachgegangen: Warum gibt es Kinderrechte? Warum sind sie wichtig? Haben alle Kinder die gleichen Rechte?

 

 

Die Schüler lösen ein eigens erstelltes Kinderechte-Quiz
Die Schüler lösen ein eigens erstelltes Kinderechte-Quiz. Foto: Daniel Zimmermann

 

An einer ersten Station gab es Schaubilder und Tafeln mit wichtigen Informationen zu den Kinderrechten und deren Geschichte zu lesen. So lernten die Schüler, dass die Kinderrechte erst seit dem 20. November 1989, also seit 27 Jahren, offiziell von den Vereinten Nationen der Welt anerkannt worden sind. Die Vereinten Nationen sind ein Bündnis von Staaten auf der ganzen Welt, die zusammenarbeiten und Entscheidungen treffen. Auch war für viele Kinder neu, dass es 54 einzelne Artikel, also Gesetze, zu den Kinderrechten gibt, und dass diese in einer Sprache geschrieben sind, die für Kinder nicht leicht zu verstehen ist.

 

Getanzt wird in der Gruppe zuerst ohne und dann zum Spaß aller mit Kostümen.
Getanzt wird in der Gruppe zuerst ohne und dann zum Spaß aller mit Kostümen. Foto: Daniel Zimmermann

An einer zweiten Station lernten die Schüler wichtige Grundsätze, auf denen die Kinderrechte aufgebaut sind, wie Gleichheit, Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft. Besonders viel Spaß hatten die Schüler bei einer Tanzübung in farbigen Ganzkörperkostümen, sodass man nicht mehr einzelne Schüler erkennbar waren, sondern nur noch Mitglieder einer gemeinsamen Gruppe.

 

 

Beim Ausdenken eines eigenen Kinderrechte-Raps ist Mitmachen ausdrücklich erwünscht.
Beim Ausdenken eines eigenen Kinderrechte-Raps ist Mitmachen ausdrücklich erwünscht. Foto: Daniel Zimmermann

An einer anderen Station wurde es dann musikalisch. Die Kinder dachten sich ein eigenes Rap-Stück über die Kinderrechte und deren Wichtigkeit aus und musizierten dabei zusammen mit den Betreuern. Die Schüler hatten jedenfalls großen Spaß an der ungewöhnlichen Lehrstunde. Vielleicht habt ihr ja jetzt auch Lust bekommen, noch mehr über Kinderrechte zu erfahren. Die gibt es hier zu lesen: http://lucky.volksfreund.de/?p=1359&preview=true

 

Über die Toupi-Gruppe: Bereits seit über zwei Jahren setzt sich die Toupi-Gruppe immer wieder in Workshops für die Kinderrechte und ein und ist Mitglied in einem Netzwerk, dem zum Beispiel auch das Informationsbüro für Kinder in Trier, das TRIKI, angehört. Internet: http://www.toupi-group.org/

 

Die wichtigsten Kinderrechte für euch zum Nachlesen:

Zum Tag der Kinderrechte gibt es in Trier eine besondere Ausstellung für Kinder. Die toupi-group, eine Gruppe von Ehrenamtlichen, die sich für Kinderrechte einsetzen, hat  50 Schülern der Keune-Grundschule ihre Rechte erklärt. Ein paar der wichtigsten Rechte haben wir hier für euch zusammengestellt:

 

Artikel 2: „Alle Kinder sind gleich.“ – Die Regierungen müssen die für alle Kinder gleichen Rechte  immer respektieren, auch wenn die Kinder alle unterschiedliche Lieblingsessen, -farben, Sportvereine und Dinge mögen.

 

Artikel 6: „Alle Kinder haben das Recht auf Leben.“ – Das Land in dem sie geboren worden sind, muss dafür sorgen, dass die Kinder in einer Umgebung groß werden, in der sie überleben können.

 

Artikel 12: „Alle Kinder müssen gehört werden.“ – Wenn ein Kind etwas Wichtiges zu sagen hat, muss ihm zugehört werden. Genauso wichtig ist es aber auch, dass jedes Kind den anderen Kindern und Erwachsenen, den Eltern und Lehrerinnen und Lehrern in Ruhe zuhört.

 

Artikel 13: „Alle Kinder haben das Recht auf freie Meinungsäußerung.“ – Jedes Kind soll seine Meinung ohne Angst vor Strafe und frei äußern dürfen. Wichtig ist, dass deine Meinung nicht die Gefühle anderer Menschen verletzt und es ist auch wichtig, dass andere Menschen auch eine andere Meinung haben dürfen.

 

Artikel 19: „Alle Kinder haben das Recht auf gewaltfreie Erziehung.“ – Die Regierungen schützen die Kinder vor jeglicher Form von Gewalt durch Eltern oder Erziehungsberechtigte. Und ist dafür da, betroffenen Kindern zu helfen. Zu Gewalt zählen nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch böse Sätze und Wörter.

 

Artikel 28: „Alle Kinder haben das Recht auf Bildung.“ – Bildung heißt etwas zu wissen und lernen zu können. Dabei ist es die Aufgabe der Regierung allen Kindern einen kostenlosen Schulbesuch zu ermöglichen, damit alle Kinder eine angemessene und gute Ausbildung genießen können.

 

Artikel 31: „Alle Kinder haben das Recht auf Spielen und Freizeit.“ – Ruhe, Erholung und Spielen sind wichtige Dinge im Leben aller Kinder. Alle Kinder sollen die Möglichkeit haben mit Freunden zu spielen, die Schulferien zu genießen und nicht schwer körperlich arbeiten zu müssen.

 

Kinderrechte zum Lesen und Staunen.
Kinderrechte zum Lesen und Staunen. Foto: Fernando Andia

Es gibt auf der ganzen Welt die gleichen Rechte für alle Kinder, aber vielleicht habt ihr auch schon einmal gehört, dass in vielen Ländern die Kinderrechte nicht ordentlich beachtet werden. An vielen Orten können Kinder nicht zur Schule gehen, müssen schwer arbeiten oder werden nicht vor Gewalt beschützt.

Die Macher der Toupi-Gruppe sagen: Deswegen sei es wichtig, immer wieder für mehr Kinderrechte zu kämpfen und die Regierungen aller Länder dazu zu bringen, die Kinderrechte ernst zu nehmen und für alle Kinder weltweit durchzusetzen.

Aus Ärger in den Ofen: Was es mit der Martinsgans auf sich hat

Dass jedes Jahr unzählige Gänse geschlachtet werden und als Martinsgans auf dem Tisch landen, liegt möglicherweise daran, dass einige ihrer Vorfahren im falschen Moment den Schnabel zu weit aufgerissen haben. Wären sie ruhig geblieben, dann wäre vielleicht nichts passiert. Dann gäbe es jetzt womöglich nur Martinsbrezeln oder vielleicht auch Martinsnudeln. Es hätte also auch ganz anders laufen können, hätten sie einfach den Schnabel gehalten.

Kommen manchmal in den Ofen: Martinsgänse. Foto: Klaus Kimmling/Trierischer Volksfreund
Kommen manchmal in den Ofen: Martinsgänse.
Foto: Klaus Kimmling/Trierischer Volksfreund

Ereignet hat sich dieser entscheidende Moment im Jahr 371. Und dafür verantwortlich war ebenfalls der heilige Martin. Nur dass er mit Gänsen scheinbar weitaus weniger Mitleid hatte als mit Bettlern.

Wenn ihr die Geschichte über Sankt Martin gelesen habt, dann wisst ihr ja, dass Martin nach seiner Zeit als Soldat Mönch wurde. Er war ein sehr bescheidener Mönch. Und die Leute mochten ihn, weil er nicht nur fromm, sondern auch gerecht und hilfsbereit war.

Als nun im Jahr 371 der damalige Bischof von Tours starb, wollten die Menschen, dass Martin der neue Bischof wird. Doch der Mönch wollte genau das nicht. Er fühlte sich dazu nicht würdig genug und konnte außerdem mit dem ganzen Prunk eines Bischofs nichts anfangen. Doch die Menschen ließen nicht locker. Und so kam es schließlich zu diesem für die Gänse verhängnisvollen Tag.

Die Leute waren auf dem Weg zu Martin, um ihn erneut davon zu überzeugen, Bischof zu werden. Als der Mönch die ankommende Menschenmenge sah, versteckte er sich in einem Gänsestall. Dort wollte er auch bleiben, bis sich die Lage wieder entspannt hätte. Doch daraus wurde nichts: Die Gänse schnatterten vor Aufregung so laut, dass Martin entdeckt und wenige Zeit später tatsächlich zum Bischof ernannt wurde. Es heißt, Martin habe sich darüber so geärgert, dass die Gänse dafür hätten büßen müssen. Und so seien sie geschlachtet worden, woraus sich dann der Brauch mit der Martinsgans entwickelt habe. Ob das tatsächlich so war, kann niemand sagen. Falls ja, so wäre es doch so langsam mal an der Zeit, etwas weniger nachtragend zu sein. Die armen Gänse waren doch nur aufgeregt. Hätten sie nicht geschnattert, wäre Martin kein Bischof und wahrscheinlich auch kein Heiliger geworden. Uwe Hentschel