Warum feiern wir Karneval?

Über den Ursprung von Karneval gibt es viele Theorien. Bereits in der Antike, also vor 2.000 Jahren, veranstalteten die Griechen ein großes Fest mit Theater, Wein, Tanz, Musik und Kostümen. Sie huldigten damit ihrem Gott Dionysos.

Eine andere Tradition gibt es bei den alten Römern, die jedes Jahr ihr Saturnalienfest zu Ehren des Gottes Saturn feierten. An einem Tag im Jahr tauschten hier Herren und Sklaven die Rollen: Die Herren bedienten die Sklaven und die Sklaven durften tun und lassen was sie wollten. Sie haben zum Beispiel Witze über ihre Herren erzählt und die Herrschaftsverhältnisse kritisiert, wofür sie sonst eine harte Strafe bekommen hätten. Das ist auch der Ursprung der Büttenrede, einer lustigen oder kritischen Rede, die heute noch an Karneval gehalten wird.

Ein etwas anderes Fest haben die Germanen mit ihrem Frühlingsfest gefeiert: Sie glaubten fest daran, dass im Winter Dämonen ihr Unwesen in der Natur treiben. In jedem Frühjahr verkleideten sie sich deshalb schaurig und machten mit Trommeln und Rasseln viel Lärm, um die winterlichen Dämonen und die bösen Geister zu vertreiben.

Später entwickelte sich daraus ein christlicher Brauch. Die katholische Kirche nutzte die schon bestehenden Feste und gab ihnen eine neue Bedeutung. Anstelle von bösen Geistern feierte sie die Vertreibung des Teufels. Der Papst verknüpfte das Fest dann mit der christlichen Fastenzeit, in der gläubige Christen sechs Wochen auf einig Speisen wie beispielsweise Fleisch oder Süßigkeiten verzichten sollen. Seitdem finden die Hauptfeiern zu Karneval immer in der Woche vor der Fastenzeit statt.

Anna Fries