Archiv für den Monat: Juni 2017

Schach mit lebenden „Figuren“

Kennt ihr die Szene aus dem ersten Harry Potter Film, in dem Harry und seine Freunde an einem lebenden Schachspiel teilnehmen? So etwas Ähnliches gibt es tatsächlich und zwar in Ströbeck. Das ist ein Ortsteil der Stadt Halberstadt im Bundesland Sachsen-Anhalt.

Einer Legende nach hat das Schachspiel bereits im Jahr 1011 Einzug in das Dorfleben gehalten. Ein vornehmer Kriegsgefangener hatte aus Langweile Schachfiguren geschnitzt und den Bauern, die ihn bewachten, das Schachspiel beigebracht.  Damals war es unüblich, dass die einfachen Leute Schach spielen konnten. Der Herrscher ließ seine Untertanen zur Belustigung der reichen Leute auf Bauernhochzeiten in Schach-Kostümen tanzen.

Jedes Jahr im Mai veranstalten die Dorfbewohner Ströbecks ein Schachturnier, bei dem auch Lebendschach gespielt wird. „Der Gewinner bekommt einen Pokal und eine Torte, aber hauptsächlich geht es um die schöne Atmosphäre“, erzählt Susanne Heizmann vom Lebendschach-Ensemble aus Ströbeck. Ein Ensemble ist eine Gruppe von Künstlern. Zwischen den einzelnen Schachspielen finden Tänze statt, die von Kindern und Tänzern jeder Altersstufe in schwarzen und weißen Kostümen aufgeführt werden. Das soll die „Spielfiguren“, die teilweise sehr lange stillstehen müssen, etwas auflockern und dem Publikum Abwechslung bieten. Die Kostüme der Schachfiguren sind historischer Berufskleidung und Trachten aus dem 19. Jahrhundert nachempfunden.

Nach den Regeln in Ströbeck gibt es zwei Arten, wie ein Schachspiel ablaufen kann. Entweder treten zwei Personen wie bei einem normalen Schachspiel gegeneinander an. Dies sind meist Ehrengäste, die dann auf Hochsitzen am Spielfeldrand Platz nehmen und von dort aus den lebenden Figuren Anweisungen geben. Oder es wird eine einstudierte Partie, also ein komplettes Schachspiel wie im Theater, vorgeführt. Zum Beispiel eine Partie des ersten und bisher einzigen deutschen Schachweltmeisters  Emanuel Lasker. Nach ihm ist sogar die „Dr. Emanuel Lasker“ Grundschule in Ströbeck benannt. Übrigens gehört Schach in der Dorfschule ab der zweiten bis vierten Klasse zu den Pflichtfächern.

Wer möchte, kann das Lebendschach bei einem Volksfest in Ströbeck am 19. August miterleben.

Weitere Infos zum Lebendschach gibt es hier auf dieser Internetseite des Schachdorfes Ströbeck.

Cuexcomate: Der kleinste Vulkan der Welt?

Foto: Miguel Castro

Der kleinste Vulkan der Welt – so wird dieser nur 13 Meter hohe Mini-Berg im Land Mexiko in Nordamerika bezeichnet. Ihr könnt sogar über eine Treppe ins Innere absteigen!

Tatsächlich ist der Cuexcomate (gesprochen: Kuex-Komate) ein inaktiver Geysir, eine Heißwasser-Fontäne. Die entsteht zum Beispiel durch einen Vulkanausbruch. Und genau das, glauben Forscher, könnte der Grund für die Entstehung des Cuexcomates sein.

Der NichtVulkan ist mitten im Ort Puebla im Zentrum des Landes zu finden – und er ist nicht der einzige „Berg“ dieser Großstadt: In der Nähe liegt die große Pyramide von Cholula. Sie war einstmals von Ureinwohnern in Mexiko erbaut worden. Doch schon lange vor Ankunft der spanischen Eroberer hatten die Menschen von Cholula die Pyramide aufgegeben. Seitdem wuchsen Pflanzen und Bäume auf den Steinen, bis sie den Tempel komplett bedeckten: Wer also vor ihr steht, sieht vor allem – einen Berg mit einer von den Spaniern erbauten Kirche auf der Spitze.