Argentinien: Ein riesiges Land mit verkehrten Jahreszeiten

Interessiert es dich auch, wie Menschen an anderen Orten leben, was für sie wichtig ist und welche Traditionen eine Rollen für sie spielen? Dann entdecke mit Lucky ein aufregendes Land, das ganz weit weg von zu Hause ist: Argentinien!

Argentinien ist ein sehr großes Land, das in Südamerika liegt. Seine Fläche umfasst unvorstellbare 2,8 Millionen Quadratkilometer. Deutschland würde achtmal dort hinein passen! Insgesamt leben 43 Millionen Menschen in Argentinien. Die Hauptstadt heißt Buenos Aires.

Die Landschaft sieht in den verschiedenen Regionen Argentiniens ganz unterschiedlich aus. Im Osten gibt es Strände am Atlantischen Ozean. Die Anden im Westen sind ein großes Gebirge, in dessen Tälern die berühmten Salzseen glitzern. Im Süden liegt eine Gegend namens „Patagonien“. Hier gibt es beeindruckende Gletscher und es fällt viel Schnee. Im Landesinneren liegt die „Pampa“. Nein, das ist keine hässlicher, öder Fleck, sondern eine Ebene voll von saftigem Gras, das die großen Rinderherden fressen. So wie es früher in Nordamerika Cowboys gab, die mit Pferd und Lasso ihre Herden hüteten, gibt es diesen Beruf auch heute noch vereinzelt in Argentinien. Nur heißen die südamerikanischen Cowboys „Gauchos“ (sprich: Gautschos). Das Fleisch ihrer Rinder wird für viele traditionelle argentinische Gerichte gebraucht. Der Rest wird in die ganze Welt verkauft.

Außerdem leben viele exotische Tiere in Argentinien. In den zahlreichen Nationalparks können die Besucher Lamas, Jaguare, Gürteltiere, Papageien oder Kolibris bestaunen. Etwas ganz Besonderes ist der Nandu. Diese Form des Vogelstrauß (auch Pampasstrauß genannt) lebt nämlich nur in Südamerika.

So atemberaubend die Natur des Landes ist, so düster ist seine Geschichte: Ursprünglich lebten im Gebiet des heutigen Argentiniens nämlich verschiedene Indianerstämme Sie wussten bereits wie man einen erfrischenden Aufguss aus den Blättern des Mate-Strauches herstellt. Dieser Mate-Tee ist noch heute das argentinische Nationalgetränk.

Vor ungefähr 500 Jahren „entdeckten“ dann europäische Seeleute das Land, in dem die Indianer seit Urzeiten lebten. In den folgenden Jahrzehnten gründeten vor allem die Spanier Festungen und Städte in Südamerika (sogenannte Kolonien) und suchten nach Bodenschätzen. Dabei gingen sie sehr brutal gegen die Ureinwohner vor und töteten viele von ihnen. Aus dieser Zeit stammt auch der Name Argentinien. „Argentum“ ist Latein und bedeutet Silber; das war einer der Rohstoffe, die die Eroberer zu finden hofften. Erst 300 Jahre später wurde Argentinien von Spanien unabhängig. Trotzdem ist Spanisch die offizielle Sprache in Argentinien geblieben.

Trotzdem geht es heute nicht jedem in Argentinien gut: Das Land kämpft mit den Folgen einer Wirtschaftskrise, die ein Grund dafür ist, dass viele Menschen sehr arm geworden sind. Ein großer Teil von ihnen lebt in einer „Villa Miseria“ (übersetzt: Elendssiedlung). Das ist ein Armenviertel, von denen es dutzende um die großen Städte herum gibt. In den ärmsten „Villas“ gibt es keinen Strom, kein fließendes Wasser und keine festen Häuser, sondern nur Hütten aus altem Metall oder Pappe. Viele Kinder, die ihre Eltern verloren haben, schlafen sogar auf der Straße. Ein berühmter Argentinier, Papst Franziskus, versucht das zu ändern und setzt sich für bessere Lebensbedingungen armer Menschen ein.

Obwohl es so viele Schwierigkeiten gibt, sind die Argentinier bekannt für ihre Lebensfreude. Und wo könnte man besser fröhlich sein als beim Fußballspielen? Die Nationalmannschaft ist schon zweimal Weltmeister geworden (1978 und 1986) und auch Fußballstar Lionel Messi kommt aus Argentinien. Vielleicht kennen deine Eltern ja auch Diego Mardonna? Er gilt als einer der besten Fußballspieler aller Zeiten und spielte schon mit 16 Jahren das erste Mal fü „la albiceleste“. Das ist der Spitzname der argentinischen Nationalmannschaft und bedeutet die „weiß-himmelblaue Mannschaft“, weil die Trikots der Spieler weiß und blau (in den Nationalfarben Argentiniens) gestreift sind.

Extra: Warum bekommen die Kinder in Argentinien im Dezember Sommerferien?

Eine Sache ist in Argentinien ganz anders als in Deutschland und irgendwie verwirrend; nämlich die Jahreszeiten. Während es bei uns im Juli so heiß ist, dass wir am liebsten den ganzen Tag im Schwimmbad wären, ist in Argentinien Winter. Anders herum liegt bei uns an Weihnachten ja manchmal sogar Schnee, während es zur gleichen Zeit in Südamerika fast 40 Grad warm ist und die Schulkinder lange Sommerferien wegen der Hitze haben. Komisch, nicht wahr? Woran liegt das nur?

Wenn du Argentinien auf dem Globus sucht, siehst du, dass das Land unterhalb des „Äquators“ liegt. Das ist eine gedachte Linie, die wie ein Gürtel um die dickste Stelle der Erde gespannt ist und so die Kugel in eine obere und eine untere Hälfte teilt. Die obere Hälfte heißt Nordhalbkugel, die untere Südhalbkugel. Argentinien liegt also auf der Südhalbkugel, und Deutschland auf der Nordhalbkugel.

Und ist dir schon einmal aufgefallen, dass die Erdkugel bei deinem Globus irgendwie schief in der Halterung befestigt ist? Wenn du nämlich ein Lineal senkrecht (also ganz gerade nach oben) auf die Tischplatte neben den Globus stellst, wird das Lineal nicht den Nord- und den Südpol berühren. Aber keine Sorge, dein Globus ist nicht kaputt – ganz im Gegenteil. Er zeigt, wie die Erde wirklich aussieht. Man sagt: „Die Erdachse (also die gedachte Verbindungslinie zwischen Nord- und Südpol) ist geneigt.“

Du weißt sicher, dass die Erde ein Jahr braucht, um einmal um die Sonne zu wandern. Wegen der schiefen Erdachse werden dabei verschiedene Stellen auf der Erde unterschiedlich stark von der Sonne beschienen. Dort, wo Sonnenstrahlen direkt von oben auf die Erde treffen, ist es warm – es ist Sommer, so wie jetzt bei uns. Allerdings ist die Erde nur einen Teil des Jahres so geneigt, dass wir in Deutschland die Sonnenstrahlen so direkt abbekommen. Wenn es bei uns Herbst wird, steht die Sonne nicht mehr direkt über uns und es wird kälter. Dafür steht sie dann bald direkt über einem anderen Teil auf Erde, nämlich der Südhalbkugel, also zum Beispiel über Argentinien. Und da schwitzen dann die Menschen am Strand, während wir selbst mit Winterjacke, Mütze und Handschuhen frieren.