Archiv für den Monat: September 2017

Bundestagswahl: So haben die Menschen gewählt

Was wurde gewählt? Die Erwachsenen waren am heutigen Sonntag aufgerufen, den Bundestag zu wählen. Das ist eine Versammlung von Frauen und Männern, die wichtige Gesetze für Deutschland bestimmen, die Regierung wählen und kontrollieren. Sie hat ihren Sitz in Berlin, der Hauptstadt von Deutschland.

Warum wurde gewählt? Alle vier Jahre stehen die Mitglieder der Versammlung zur Wahl, so wie heute. Sie haben also kandidiert. Diese Kandidaten gehören verschiedenen Parteien an. Parteien sind Gruppen, die bestimmte politische Ideen vertreten. Je mehr Vertreter eine Partei also im Bundestag, desto stärker ist sie dort – und kann vielleicht sogar die Regierung stellen.

Hochrechnung: Experten haben am heutigen Wahlsonntag Wähler gefragt, wen sie gewählt haben. Außerdem werden seit 18 Uhr die Wahlzettel ausgezählt. Aus der Umfrage und den ersten vorliegenden Ergebnissen berechnen die Experten eine „Hochrechnung“. Das ist eine Schätzung, wie die Deutschen wohl gewählt haben.Das endgültige Ergebnis (also wenn alle Stimmzettel ausgezählt sind) steht erst in der Nacht fest – in diesem Fall sogar erst am Montagmorgen um 6 Uhr.

Das ist das vorläufige amtliche Endergebnis der Bundestagswahl (Stand Montag, 6.07 Uhr)

Partei
CDU/CSU: 33 Prozent aller Wählerstimmen
SPD: 20,5 Prozent
AfD: 12,6 Prozent
FDP: 10,7 Prozent
Linke: 9,2 Prozent
Grüne: 8,4 Prozent
Andere: 5 Prozent

Das war eine Hochrechnung am Sonntag um 21.15 Uhr
Partei
CDU/CSU: 32,8 Prozent aller Wählerstimmen
SPD: 20,7 Prozent
AfD: 13,2 Prozent
FDP: 10,4 Prozent
Grüne: 9,1 Prozent
Linke: 9,0 Prozent
Andere Parteien: 4,8 Prozent (zusammen)

Ergebnis: Demnach haben viele Menschen einer neuen Partei namens AfD ihre Stimme gegeben. Diese Partei vertritt politische Ideen, die von den anderen Parteien abgelehnt werden. Die AfD hat zwar viele Stimmen bekommen, aber nicht so viele, dass sie nun eine Regierung bilden könnte. Dafür bräuchte sie nämlich eine Mehrheit im Bundestag. Die aber haben bislang zwei andere Parteien: die CDU/CSU und die SPD. Auch andere Parteien gehören künftig (wieder) dem Bundestag an. Sie heißen FDP, Grüne und Die Linke.

Regierung: „Sieger“ der Wahl ist die Partei CDU/CSU, der Angela Merkel angehört. Ihre Partei hat die meisten Stimmen gewonnen. Angela Merkel ist die derzeitige Bundeskanzlerin, also Chefin der Regierung, und wird es wohl auch nach diesem Wahlsieg bleiben. Allerdings hat ihre Partei weniger Stimmen bekommen als bei früheren Wahlen. Angela Merkel benötigt wie bisher die Hilfe anderer Parteien, um eine Mehrheit im Bundestag für ihre politischen Ideen zu gewinnen. Sie muss also eine „Koalition“ bilden, um weiterregieren zu wollen.

Aber: Die SPD, mit der sie bislang zusammen die Regierung gebildet hatte, will nicht mehr. Die SPD hat nämlich viele Stimmen verloren. Und sie will daher lieber in die Opposition wechseln – also die Arbeit der Regierung genau überwachen und für eigene politische Ideen kämpfen. Vielleicht wird ja Angela Merkel daher mit zwei der anderen Parteien – der FDP und den Grünen – ein neues Bündnis abschließen. Dann hätte sie eine Mehrheit. Aber das muss erst noch besprochen werden.

Herbstferien: Abenteuer im Museum

Hurra, bald sind (wieder) Ferien! Habt ihr schon was vor? Wenn nicht, folgen hier eine Reihe von Vorschlägen in der Stadt Trier:

In der Schatzkammer der Stadtbibliothek Trier wird gebastelt und ein eigenes Buch gestaltet. Foto: Bettina Leuchtenberg, Museumsstadt Trier

Zeitreisen in verschiedene Jahrhunderte: Wusstest ihr, dass es in  Trier gleich mehrere wichtige Museen gibt? Sie erinnern an die Zeit der Römer, Ritter und Mönche. In den Herbstferien bieten vier der fünf Museen spannende Angebote für Kinder an.

Zu Tisch bei den Römern: Das Kinderferienprogramm im Rheinischen Landesmuseum findet an zwei Tagen statt: am Dienstag, 10. Oktober und am Mittwoch, 11. Oktober, jeweils von 15:00 bis 16:30 Uhr. Was haben die Römer eigentlich gerne gegessen und getrunken? Und woher kamen die Lebensmittel? Auf dieser Zeitreise in die Vergangenheit gibt es Spannendes über die Ess- und Trinkgewohnheiten der Römer zu entdecken. Schon die frühesten Funde von Gefäßen aus Keramik lassen vermuten, welche Lebensmittel die Römer bis an die Mosel mitgebracht haben. Bilder auf den riesigen Grabdenkmälern aus Neumagen zeigen darüber hinaus, wie man zu Tisch saß und sich die Mahlzeiten schmecken ließ. Kleinere Aktionen wie ein Suchspiel lockern die Führung auf. Im Anschluss backen die Kinder ihr eigenes römisches Brot.

Das Angebot richtet sich an Kinder von 7 bis 12 Jahren, die Termine können einzeln gebucht werden. Die Teilnahmegebühr beträgt 4 Euro pro Termin, inbegriffen sind der Eintritt und das Material. Eine telefonische Anmeldung unter 0651 9774-0 ist erforderlich.

Auf Safari im Museum: Auf Safari geht es am Freitag, dem 6. Oktober von 10:00 bis 13:00 Uhr im Museum am Dom. Hier haben sich viele verschiedene Tiere und Pflanzen versteckt, welche die kleinen Museumsbesucher bei einer Führung durch die Ausstellung entdecken können. Was es mit ihnen auf sich hat und welche Bedeutung sie hatten und noch haben, erfahren die Kinder unterwegs. Im Anschluss an die Führung werden gemeinsam Lampions gebastelt, auf denen jeder sein Lieblingstier darstellen kann.

Das „Weinschiff“ bekrönte einst ein römisches Grabdenkmal. © Thomas Zühmer, RLM Trier, GDKE.

Der Eintritt zur Safari kostet 7 Euro inklusive Bastelmaterial. Anmeldung bis zum 3. Oktober unter Tel. 0651 7105-255 oder per E-Mail an museumspaedagogik@bistum-trier.de ist erforderlich, 12 Kinder im Alter von 6-12 Jahren können teilnehmen. Mitzubringen sind ein Bastelkittel oder Kleidung, die schmutzig werden darf, denn es wird mit Kleister gearbeitet.

Mach Urlaub wie ein echter Künstler: Der viertägige Ferienkurs des Stadtmuseums Simeonstift für Kinder ab 8 Jahren findet vom 10. bis zum 13. Oktober statt. Ferne Länder, exotische Pflanzen, fabelhafte Wesen und außergewöhnliche Muster und Formen: Künstler haben eine scheinbar grenzenlose Phantasie. Aber woher kommen eigentlich all die tollen Ideen für ihre Gemälde und Zeichnungen? An vier Tagen begeben sich die Ferienkinder im Stadtmuseum zusammen mit Hanna Verena Knopp auf die Reise und besuchen die farbenfrohen Bilderwelten Peter Krisams, schippern mit Clarkson Stanfield im Boot über die Mosel und entdecken exotische Miniaturskulpturen aus Japan. Am Ende des Kurses haben sie eine reich gefüllte Künstlertasche mit Bildern aus der ganzen Welt.

Der Ferienkurs findet jeweils von 9:30 bis 13:00 Uhr statt und kostet 60 Euro inklusive Eintritt und Material. Anmeldung unter Tel. 0651 718-1452 oder per E-Mail an museumspaedagogik@trier.de

Türöffner-Tag: Am 3. Oktober findet der Türöffner Tag der Sendung mit der Maus im Stadtmuseum Simeonstift statt, für den noch wenige Plätze frei sind. Auch hierfür ist eine Anmeldung erforderlich.

Das eigene Buch gestalten: Beim Ferienworkshop in der Schatzkammer der Stadtbibliothek Trier schreiben, malen und gestalten die Kinder unter Anleitung ihr eigenes Buch. Da beim Herstellen eines Buches Zeit zum Trocknen eingerechnet werden muss, findet der Workshop an zwei Tagen statt: am Mittwoch, dem 4. Oktober und am Freitag, dem 6. Oktober, jeweils von 9:00 bis 11:30 Uhr. Zuerst werden Schriftblätter erstellt, die zu Büchern verarbeitet und schließlich mit einem passenden Einband versehen werden. Geleitet wird der Workshop von Mechthild Bach, Bernhard Maria Müller und Edy Willems. Der Ferienworkshop richtet sich an Kinder von 8 bis 14 Jahren und kostet 25 Euro inklusive Material. Die Teilnehmerzahl ist auf 10 Kinder begrenzt, eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel. 0651 718-1427, -1429, -3427 oder per E-Mail an schatzkammer@trier.de.

 

 

 

 

Viele neue Arten im Amazonas-Gebiet entdeckt

Wusstet ihr schon wie viele Tier- und Pflanzenarten es weltweit gibt? Eine ganze Menge!

Der WWF (WWF: internationale Natur- und Umweltschutzorganisation) hat insgesamt 381 neue Tier- und Pflanzenarten im Amazonas-Gebiet (Amazonas: Strom im nördlichen Südamerika) entdeckt. Im Zeitraum von Januar 2014 bis Dezember 2015 hat der WWF also 216 Pflanzen, 93 Fische, 32 Amphibien, 20 Säugetiere (wobei zwei von ihnen Fossile sind), 19 Reptilien und ein Vogel entdeckt. Der WWF nennt ein paar Beispiele. Darunter befinden sich eine Springaffenart, ein Stachelrochen mit Bienenwabenmuster, rosa Flussdelfine und eine Eidechse mit gelbem Schnurrbart. Laut dem aktuellen WWF-Bericht wird alle zwei Tage eine neue Tier- oder Pflanzenart entdeckt, was bisher als die schnellste Entdeckungsrate gilt. Zwischen 1999 und 2009 wurden beispielsweise nur 111 neue Arten entdeckt. Von 2010-2013 gab es 441 Arten zu verzeichnen, das bedeutet, dass in diesen Jahren alle drei Tage eine neue Art entdeckt wurde.

Für den WWF ist der Amazonas, der größte tropische Regenwald der Welt, sehr wichtig. Teile des Amazonas-Gebiets werden allerdings durch die brasilianische Regierung bedroht, die eine Woche vor der Veröffentlichung des WWF-Berichts eine Anordnung erlassen hat, die den Bergbau in manchen Gebieten und somit Mineralienausbeutung erlaubt. Das würde bedeuten, dass dem Boden wichtige Stoffe genommen werden, die er und auch andere Pflanzen und Tiere zum Überleben brauchen. Außerdem werden so Tiere, Einheimische und die öffentliche Kultur gefährdet. Nachdem es Proteste zu diesem Erlass gab, wurde er überarbeitet. Diese Überarbeitung schützt Schutz- und Einheimischengebiete.

Ricardo Mello ist Leiter des WWF-Forschungsteams in Brasilien. Er erklärt, dass der Lebensraum des Amazonas noch immer ein großes Mysterium ist und noch einiges über ihn gelernt werden muss. Der WWF hofft im Jahr 2017 noch mehr unentdeckte Spezies zu finden. „Artenvielfalt muss erkannt und geschützt werden“, sagt Mello im WWF-Bericht.

Hier findet ihr Bilder von ein paar entdeckten Tierarten:

Fotograf: WWF
Fotograf: WWF
Fotograf: WWF

Von der neuen Art des rosa Flussdelfins gibt es ca. 1000 Tiere. Er wird beispielsweise durch den Bau von hydroelektrischen Dämmen, Industrie, Landwirtschaft und Viehhaltung bedroht. Delfine sind außerdem ein wichtiger Teil der lokalen Kultur rund um den Amazonas, die von Mythen und Legenden umwoben sind.

Fotograf: WWF
Fotograf: WWF

Die Springaffenart hat einen sehr auffälligen hellen, orangefarbenen Schwanz, dem sie auch ihren Namen verdankt. Er wird bedroht durch die Abholzung der Wälder, die leider sehr viele Lebensräume zerstört.

Fotograf: WWF
Fotograf: WWF

Es gibt außerdem einen Vogel, der seinen Namen von einem Gummi-Klopfer und Naturschützer hat., nämlich Francisco Alves Mendes Filho, kurz Chico Mendes. Auch er versucht den Menschen die Augen zu öffnen, um die Probleme des Amazonas zu sehen. Der Vogel heißt Charparralfliegenstecher.

Es gibt eine weiteren Vogel, der nach dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama benannt wurde. Er wurde in einem großen Gebiet zwischen Brasilien, Peru und Ecuador gefunden.

Ein dritter Vogel verdankt seinen Namen dem berühmten Anthropologen und Forscher Marechal Cândido Rondon.

Der Stachelrochen mit Bienenwabenmuster wurde in Rondônia in der Region Alto Madeira gefunden.