Terroristen wollen Angst verbreiten … aber so wehrst du dich dagegen!

Polizisten sperren Straßen ab, Krankenwagensirenen heulen durch die Stadt, Ärzte kümmern sich um verletzte Menschen, im Internet werden fast im Sekundentakt neue Informationen verbreitet. Der Grund: Terroristen haben einen Anschlag verübt.  Ein Experte sagt: Nicht davon verrückt machen lassen. Und sich keine Angst einjagen lassen. Wie, das erfahrt ihr hier!

Lucky: Wenn Menschen bei einem Anschlag sterben oder verletzt werden, ist das schrecklich. Wie gehe ich mit solchen Nachrichten um?
Oliver Klauk: Kinder haben ein Recht auf Informationen. Aber es ist wichtig, immer bei der Wahrheit zu bleiben: Also sorgfältig und genau zuzuhören und zu lesen, um sich nicht an Gerüchten zu beteiligen. Das heißt, erfindet nicht Dinge in den Gesprächen, die nicht stimmen. Und wenn ihr etwas nicht versteht, dann fragt eure Eltern oder Lehrer, was es bedeutet.

Und wenn ich nun Sorgen oder Angst habe?
Oliver Klauk: Solche Nachrichten oder Bilder sind nicht immer  gut für Kinder. Wenn du merkst, dass dich die Nachrichten oder die Gespräche darüber belasten, sie dir nicht gut tun oder sogar Angst machen, schaltest du besser den Fernseher aus und hörst auf, darüber zu lesen. Unternimm stattdessen Dinge, die dir Spaß machen oder dich ablenken, zum Beispiel mit Freunden spielen oder bewegen. Teile deine Sorgen auch mit deinen Eltern und sprich mit ihnen darüber.

Kann ich selbst auch anderen helfen?
Oliver Klauk: Wenn du merkst, dass es deinen Freunden oder Klassenkameraden schlecht geht, dann  rede mit ihnen, wenn sie das möchten.  Sprecht  über die Geschehnisse, aber nur so viel, wie es euch gut tut.

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Weitere Tipps vom Experten, mit „schlechten“ Nachrichten umzugehen: „Du kannst deine Gedanken in ein Tagebuch schreiben und es dann wegschließen mit dem Satz: ,Alles, was ich hier rein geschrieben habe, bleibt jetzt hier, und ich mache jetzt etwas anderes!‘“, sagt Oliver Klauk.
Was auch hilft: Plane eine „Grübel-schlechte-Laune-Stunde“ ein, zum Beispiel täglich von 15 bis 15.30 Uhr. Dort schreibst du alles in dein Tagebuch und schließt es weg – siehe oben. „Immer wenn wieder sorgenvolle Gedanken kommen, sagst du ihnen: Nicht jetzt, sondern später, wenn wieder ,Grübel-schlechte-Laune-Stunde‘ ist, erklärt der Experte.
Bau dir eine Sorgenschachtel. Dort kommen alle aufgeschriebenen Sorgen und belastenden Gedanken rein. Nur zu einer bestimmten Zeit, die du festlegst, werden die Gedanken gelesen und beantwortet.
Bei Einschlafproblemen: Wenn störende Gedanken oder Bilder kommen, lasse sie vorbeiziehen wie Wolken am Himmel. Oder stell dir vor, der Gedanke zieht an der linken Kopfhälfte rein und an der rechten Hälfte wieder raus.

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ZUR PERSON: Oliver Klauk ist Schulpsychologe. Er berät Lehrer, Eltern und Schüler, wenn sie Probleme haben, und arbeitet beim Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz.

Infos für Eltern: Das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz ist unter dieser Internetadresse erreichbar. Es hat in der Region Trier schulpyschologische Beratungszentren. Adressen und Ansprechpartner  hier.