Archiv für den Monat: Dezember 2017

Spielzeug-Bagger: Uni-Forscher beschenken Kinderhort

Nur Kinder spielen mit Bausteinen? Von wegen! Für ein Experiment haben Erwachsene nämlich kleine Spielzeugbagger der Firma Lego zusammengebaut.  Und das beste: Nach dem Ende des Experiments haben die Forscher das Spielzeug einem Kinderhort geschenkt. Das meldet die Universität Trier, an der die Wissenschaftler arbeiten.

Die Kinder dürften sich jedenfalls darüber freuen, denn es sind satte 56 Fahrzeuge, die jetzt zusammengebaut, auseinandergebaut, zusammengebaut und wieder auseinandergebaut werden können – und das war auch Teil des Experiments. Die Forscher wollten nämlich prüfen, wie groß sich Erwachsene für eine Arbeit erfreuen können.

Manche Probanden – also die Menschen, die am Experiment teilnahmen – sollten zunächst so viele Bagger zusammenbauen wie möglich, und das gegen Geld! Aber mit jeden fertigen Bagger sank die Bezahlung für die nächsten Spielzeugfahrzeuge, die noch zu bauen waren.  Andere Probanden sollten in Anwesenheit einer zweiten Person die Bagger basteln. Ein Chef des Experiments zerlegte dann die Bagger, sodass die Probanden diese wieder zusammensetzen konnte – bis sie keine Lust mehr darauf hatten. Und das Resultat: Die Erwachsenen, die nebeneinander arbeiteten, bauten mehr Bagger als die einzelnen Baumeister, erzählen die Forscher. Sie schließen daraus, dass gemeinsames Arbeiten bei weniger sinnvollen Arbeiten besser wäre.

Für Erwachsene, die mehr zur Studie wissen wollen: Hier gibt es weitere Informationen. 

Das Foto zeigt den Forscherchef Laszlo Goerke (Mitte) bei der Übergabe des Spielzeugs. Foto: Universität Trier

Lesetipps: Bücher zu Rheinland-Pfalz, einem neugierigen Stinktier, Piranhas und Kaspars Opa

Winterzeit ist Lesezeit – hier gibt es ein einige Bücher, die euch vielleicht interessieren könnten.

Flätscher ist ein Stinktier – und ein begnadeter Detektiv. Zusammen mit seinem Helfer, dem jungen Menschen Theo, und der bezaubernden Cloe, jagt Flätscher den Rätseln der Unterwelt nach – wobei Cloe ebenfalls ein Stinkttier ist, allerdings wesentlich hübscher als Flätscher. Außerdem kann sie singen. Und das spornt den Meisterdetektiv an, im neuen Band „Krawall im Kanal“ am selbst gebauten Schlagzeug sein Können unter Beweis zu stellen. Ob er es aber mit seinem musikalischen Talent wirklich in Cloes Band schafft? Und warum verschwinden plötzlich Tiere in der Nachbarschaft? Flätscher geht der Sache nach … die spannende Reihe um das selbstbewusste Stinktier ist sehr lustig gestaltet, mit großen Farbbildern im Comic-Stil. Für Kinder ab 8 Jahren geeignet.

Von Flätscher gibt es mittlerweile drei Bände der Autorin Antje Szillat: „Die Sache stinkt“ (Band 1), „Krawall im Kanal“ (Band 2) und „Mit Spürnase und Stinkkanone“ (Band 3), dtv Verlag, Preis pro Band etwa 10,95 Euro

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Kaspar und sein Opa leben im Land Schweden. Der Opa schnitzt Holzpferdchen und tauscht diese im Dorfladen des Händlers Atom-Ragnar ein. Nebenbei muss Opa immer wieder den reichen Ahman austricksen, etwa wenn er einen Fisch (in dessen See) angeln will, oder einen Weihnachtsbaum (aus dessen Wald) braucht. Klingt nach einem ruhigen Leben, aber der junge Kaspar und sein Opa stolpern immer wieder in neue Abenteuer hinein. Zum Beispiel brennt es im Dorf, und Kaspar gerät ins Visier der Polizei, die nicht an seine Unschuld glaubt. Oder es kreuzt Kaspars Tante Karin an Weihnachten mit ihrem Harmonium auf und verdonnert Kaspar und Opa dazu, die Hütte gründlich aufzuräumen. Das erzählt Autor Mikael Engström auf eine ruhige und lustige Art, die auch Erwachsenen gefallen dürfte.

Bisherige Bände von Autor Mikael Engström: Kaspar, Opa und der Monsterhecht, Kaspar, Opa und der Schneemensch, Kaspar, Opa und der Feuerteufel,  dtv Verlag, etwa 11,95 Euro pro Band.

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Piranhas sind kleine Raubfische mit scharfen Zähnen. Eigentlich gibt es sie nur in den Flüssen des Amazonas-Regenwaldes in Südamerika – aber in diesem Buch schwimmen sie im Schwimmbad. Oder war es doch ein Haifisch? Jedenfalls wollen Julian, Sara, Jonas und die anderen Kinder ihrer Klasse in der Schwimmstunde auf keinen Fall wieder ins Wasserbecken springen. Oder war es doch ein Fehlalarm? Das kleine Buch beinhaltet drei Kurzgeschichten, die in Wirklichkeit mehr aus Bildern statt viel Text bestehen – und sind damit ideal für vorlesende Erwachsene oder Erstleser. Da geht es dann nicht nur um Haifische, sondern angebliche Dinoknochen und einen Fallschirm. Probiert es aus!

Pamela Butchart, Eine Klasse für sich – Haifisch-Alarm, Orell Füssli Verlag, ca. 11,95 Euro, ab 5 Jahren.


Was wächst an der Mosel? Wie kochten die Römer? Wie lernten die Kinder in Rheinland-Pfalz früher? Warum ist die Fastnacht so beliebt? „Mein Rheinland-Pfalz-Buch“ gibt darauf Antworten, denn es will die Geschichte des Bundeslandes, in dem wir wohnen, näher vorstellen. Deutschland besteht nämlich aus 16 Bundesländern, und eines von ihnen ist Rheinland-Pfalz. Unser Bundesland liegt im Südwesten Deutschlands und wird von Flüssen wie dem Rhein, der Saar oder der Mosel durchquert. Dazwischen liegen höher gelegene Gebiete wie die Eifel, der Hunsrück, die Pfalz oder der Westerwald. Die Hauptstadt heißt Mainz, das ist eine Stadt am Rhein. Weitere Städte sind zum Beispiel Trier, Ludwigshafen, Kaiserslautern oder Koblenz.

Die Texte und Fotos sind unterteilt in die Kapitel „Landschaft“, „Bevölkerung“, „Schule und Spiele“ oder „Arbeit“. Dabei sind es nicht nur Zahlen oder Fakten, die vorgestellt werden, es geht im Buch auch um das Leben der Menschen, die hier wohnen: Ein Sänger erzählt, warum er Lieder von Auswanderern vorträgt. Ein Gaukler beschreibt seine Arbeit. Und Anleitungen erklären, wie ihr Haarspray – für die Fastnacht – selbst herstellen könnt.

Ein Reiseführer ist das Rheinland-Pfalz-Buch nicht. Wer sich über bestimmte Menschen, Städte, Museen oder Gebäude in Rheinland-Pfalz informieren will, braucht besser ein Lexikon. Und: Die Geschichten sind nicht untereinander verbunden. Vielmehr beantwortet die Autorin auf jeder Seite eine bestimmte Frage wie die oben genannten – und es will zum Entdecken einladen. Wer also einfach spannende Infos zum jetzigen und früheren Leben in Rheinland-Pfalz erfahren will, ohne endlos lange Texte dazu lesen zu müssen, dürfte mit diesem Buch seinen Spaß haben.

Ute Friesen, Mein Rheinland-Pfalz-Buch, Emons Verlag, etwa 16,95 Euro, ab 8 Jahren.

 

Stolpersteine: Darum erinnern sie an die Nazi-Verbrechen vor über 70 Jahren

Vielleicht sind sie euch schon mal aufgefallen: Glänzende Steine vor Häusern, auf denen Namen stehen. Das sind Stolpersteine. Sie erinnern an Menschen, die zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland verfolgt wurden. Die Nationalsozialisten, kurz Nazis, waren vor 70 Jahren an der Macht, von 1933 bis 1945. Ihr Anführer, Adolf Hitler, bestimmte mit seinen Anhängern alles in dieser Zeit. Wer sich ihnen entgegenstellte, wurde schikaniert, eingesperrt oder getötet. Vor allem hassten Hitler und die Nazis Menschen, die in ihrer Sicht weniger wert seien als Deutsche, was ja nun ziemlicher Unsinn ist. Dazu gehörten Juden, aber auch Sinti und Roma und Homosexuelle (Männer, die statt Frauen andere Männer lieben).

Die Nazis begannen wenige Jahre nach ihrer Machtübernahme einen Krieg, durch den sie recht schnell viele Länder Europas unterwarfen (den Zweiten Weltkrieg, 1939 bis 1945). Dazu gehörten beispielsweise Frankreich, Polen, Luxemburg, Belgien oder die UdSSR (das heutige Russland). Auch in diesen besetzten Gebieten wurden Juden verfolgt. Die Nazis fassten dann den Entschluss, diese Menschen zu töten. Dafür bauten sie Konzentrationslager, in die Juden und anderen Opfer der Nazis per Züge gebracht wurden – am Ende starben viele Millionen Menschen, bis die Nazis durch ein Bündnis anderer Länder besiegt wurden. Diesen „Massenmord“ nennt man heute Holocaust. Ein solches Todeslager war beispielsweise in Auschwitz zu finden, in Polen. Allein hier starben bis Kriegsende 1,1 Millionen Frauen, Kinder und Männer.

Die Stolpersteine erinnern an diese Menschen, die damals von den Nazis vertrieben oder getötet wurden, sie  liegen vor Häusern, in denen die Nazi-Opfer zuletzt gelebt hatten. Die Idee dazu hatte ein Künstler. Er will damit daran erinnern, dass diese Menschen damals an den gekennzeichneten Orten gelebt haben, und wer sie waren. Auf den Steinen steht der Name, das Geburtsdatum und das Jahr, an dem diese Menschen getötet oder vertrieben wurden.

Mittlerweile gibt es tausende solcher Steine in ganz Deutschland – auch bei uns, zum Beispiel in Trier, Bollendorf, Wittlich oder Bernkastel-Kues. In Trier zum Beispiel gibt es 60 Stellen, an denen diese Steine zu finden sind. Vielleicht sind sie dir ja schon mal aufgefallen – denn das sollen diese Steine bewirken: erinnern an die Opfer der Nazis.

Wo liegen diese Steine? Auf diesen Internetseiten findet ihr mehr Informationen. 
Stattführer Trier: http://www.stattfuehrer.de/stolpersteine.html
Stolpersteine: Karte und App für Smartphones: https://www.stolpersteine-guide.de/
Stolpersteine (Seite des Künstlers): http://www.stolpersteine.eu/
Wikipedia zu den Stolpersteinen: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Trier und https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Orte_mit_Stolpersteinen
Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier: http://www.roscheiderhof.de/kulturdb/client/suchanfrageKl.php?inputType=lang&inputLang=stolperstein