Paralympics: Blind auf dem Snowboard den Berg herunterrasen

Es gibt bestimmt etwas, das du sehr gerne machst. Lesen, Fußball spielen oder Tanzen. Anna Schaffelhuber ist 25 Jahre alt und fährt für ihr Leben gerne Ski. Das Besondere: sie ist querschnittsgelähmt, kann also nicht mehr laufen. Sie ist eine gute Sportlerin und nimmt regelmäßig an den Paralympics teil. Sie hat dort insgesamt schon fünf Goldmedallien gewonnen. Was die Paralympics sind, erfahrt ihr hier.

Die Paralympischen Spiele – auch Paralympics genannt – sind die Olymischen Wettkämpfe für körperlich behinderte Sportlerinnen und Sportler. Die Paralympics finden wenige Wochen nach den Olympischen Spielen statt und sind auch in Sommer –und Winterspiele aufgeteilt. Je nach Jahreszeit finden dann unterschiedliche Wettkämpfe statt. Insgesamt gibt es 28 Sportarten – 22 im Sommer und sechs im Winter. Bei den Sommerspielen gibt es zum Beispiel Blinden-Fußball, Sitzvolleyball oder Rollstuhlbasketball. Im Winter Ski-Langlauf, Eishockey im Sitzen oder Rollstuhlcurling.
Die Idee, dass auch körperlich behinderte Menschen am Sport teilnehmen dürfen, kam aus England. Nach einem Krieg waren viele Menschen verwundet zurückgekommen. Sie hatten einen Arm oder ein Bein verloren. Manche waren querschnittsgelähmt, konnten also nicht mehr laufen.
Im Jahr 1948 fanden in der englischen Kleinstadt Aylesbury die ersten Wettkämpfe für Rollstuhlfahrer statt. Die Idee der Wettkämpfe hatte der Arzt Ludwig Guttmann. Er brachte den Verletzten so bei, besser mit ihrer Behinderung umzugehen. Zunächst gab es nur das Bogenschießen im Rollstuhl – an den Wettkämpfen nahmen 14 Frauen und Männer teil, die sich im Krieg am Rücken verletzt hatten und deshalb im Rollstuhl sitzen mussten.
1960 fanden kurz nach den Olympischen Spielen in Rom die ersten „Weltspiele der Gelähmten“ statt. 400 Athleten aus 21 Ländern nahmen daran teil. Zunächst waren es nur Rollstuhlsportler, später auch Sportler mit einer Amputation oder einer Sinnesbehinderung, also Gehörlose oder Sehbehinderte. Seitdem finden die Paralympics regelmäßig statt, immer im selben Jahr wie die Olympischen Spiele.

Extra: Die Paralympics finden am gleich Ort wie die Olympischen Spiele statt
Ursprünglich sollten die Paralympics auch immer am selben Ort wie die Olympischen Spiele stattfinden. Viele Olympiaveranstalter konnten oder wollten die Spiele für behinderte Menschen nicht durchführen.
Ein Beispiel dafür waren die Winterspiele 1984. Die Stadt Sarajewo in Jugoslawien war nicht in der Lage, die Spiele behindertengerecht auszurichten. Deshalb musste die österreichische Stadt Innsbruck einspringen.
Am 22. September 1989 wurde das Internationale Paralympische Komitee gegründet. Ein Komitee ist eine Gruppe von Personen, die bestimmte Aufgaben haben und wichtige Entscheidungen treffen. Das Internationale Paralympische Komitee ist ein Zusammenschluss von Behindertensport-Verbänden und Organisationen verschiedener Länder. Die Menschen, die dort arbeiten, organisieren die Paralympics.
1991 schlossen das Internationale Olympische Komitee (für die Olympischen Spiele verantwortlich) und das Internationale Paralympische Komitee einen Vertrag. In diesem steht, dass ab den Sommerspielen 1992 in Barcelona (Spanien) alle Paralypmics am selben Ort wie die Olympischen Spiele stattfinden werden.
2001 schlossen die beiden eben genannten Komitees wieder einen Vertrag. Dort wurde festgelegt, dass die Paralympics immer zwei Wochen nach den Olympischen Spielen stattfinden werden. Außerdem ist der Ort der Wettkämpfe bei beiden Veranstaltungen der gleiche. Die Städte, die sich für die Olympischen Spiele bewerben, müssen sich auch für die Paralympics bewerben. Eine Stadt, welche die Spiele gerne austragen möchte, muss verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Deshalb müssen sich Städte für die Spiele bewerben.

Das Wort „Paralympics“
Die Bezeichnung „Paralympics“ setzt sich aus den griechischen Worten „Para“ (= neben) und „Olympics“ zusammen und soll das Nebeneinander und die Ähnlichkeit der Olympischen und Paralympischen Spiele ausdrücken. Offiziell wurde der Begriff das erste Mal bei den Olympischen Spielen 1988 in Korea verwendet. Vorher wurden die Wettkämpfe „Weltspiele der Gelähmten“ oder „Olympiade der Behinderten“ genannt.

Von Simon Diedrich

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