Virtual Reality: Brille auf – ab in eine andere Welt!

Virtual Reality: Was ist das? Weißt du es? Hört sich ganz schön komisch und kompliziert an, oder? Lucky-Reporterin Pauline nimmt dich mit auf eine spannende Reise in eine andere, verzauberte Welt.

Los geht’s mit einem Besuch bei Vivien Baguio, Mathew Varkki und Julian Viezens, drei

Studenten der Hochschule Trier. Sie zeigen mir mit ihrem neuen Computerspiel „Forgotten Spells“ („vergessene Zaubersprüche“), was Virtual-Reality-Spiele sind. Dafür verschwinde ich in einem Kellerraum eines Universitätsgebäudes. Die drei jungen Entwickler des Computerspiels sagen: Das Virtual- Reality- Spiel ist ein normales Computerspiel. Aber was macht das Spiel dann so besonders?

Vor mir sehe ich drei große Computerbildschirme, auf denen eine Höhle zu erkennen ist. Auf dem Boden liegen zwei schwarze, etwas komisch aussehende Brillen bereit.  Als ich die schwere, schwarze Brille aufsetze, bin sofort in einer anderen Welt. Ich stehe jetzt in der Höhle, die ich eben noch auf dem Computerbildschirm gesehen habe und habe sie direkt vor meinen Augen. Es ist verrückt, ich drehe meinen Kopf, schaue mich währenddessen in der Höhle um und habe das Gefühl alles anfassen zu können. Meine Beine fangen an zu wackeln, ich habe Angst, in die Tiefen der Höhle zu stürzen.

Lucky-Reporterin Pauline. Foto: privat

 

Genau das ist das Besondere an Virtual Reality-Spielen, es sind eigentlich keine richtigen Computerspiele:  Ich sitze nicht vor einem Computerbildschirm und lenke meine Spielfigur nicht mit Tastaturtasten und der Maus, sondern schlüpfe in den Körper des Spielcharakters.  Die Figur, die ich spiele, sehe ich nicht ganz. Warum? Ganz einfach: mein Körper ist der Spieler. Ich bewege den Charakter durch meine Bewegungen, die ich mit meinen Händen mache. Durch die Brille sehe ich meine eigenen Hände direkt vor mir, in denen ich zwei Controller halte und führe Befehle aus.

Nun zum Spiel: ich befinde mich in der Höhle, als Zauberer. Auf der anderen Seite der Höhle steht ein anderer Zauberer, gegen den ich gleich kämpfen werde. Bevor das Spiel losgeht, werden vor mir die Zauber des Spiels erklärt. Du als Zauberer hast vier Zauber im Spiel, mit denen du versuchst, deinen Gegner zu besiegen. Für jeden Zauber gibt es ein Zeichen, das du mit deinem Zauberstab zeichnen musst. Es geht los: vor mir zeichne ich eine Sanduhr, mache eine Wurfbewegung nach vorne und schieße einen riesigen Feuerball ab. Ich treffe meinen Gegner nicht, doch schnell kommt schon ein Feuerball auf mich zu. Ich kann nicht mehr reagieren: AUUTSCH! Bevor mich der nächste Feuerball trifft, male ich schnell ein Dreieck und kann mich so mit meinem hergezauberten Schutzschild vor ihm schützen. Also, pass auf! Du musst schnell reagieren und deine Bewegungen aufeinander abstimmen. Das coole ist: du kannst Zauber vorher zeichnen und dann in deiner linken Hand sammeln. 

Vivien, Mathew und Julian haben im Rahmen eines Studienprojekts das Virtual-Reality-Spiel entwickelt. Das Spiel hört sich verrückt, außergewöhnlich, aber trotzdem einfach an. Ob es auch so einfach war, das Spiel zu planen? Was schätzt du: wie lange haben die Entwickler gebraucht, um es zu entwickeln? Wie haben sie das nur hinbekommen? Die drei Erfinder des Spiels haben sich vier bis sechs Stunden in der Woche getroffen und das neun Monate lang. Na, wie viele Stunden sind das insgesamt? Genau, um die 200 Stunden haben die drei Studenten gebraucht, um das Spiel zu entwickeln. Wahnsinn, oder?

Vivien Baguio, Mathew Varkki und Julian Viezens. Foto: Pauline Leis

Die Herstellung des Spiels stellt keinen Unterschied zu anderen Arten von Computerspielen dar. Während die drei das Spiel planen und immer wieder verbessern, setzten sie die Brille auf und überprüfen alles. Was aber besonders schwierig war: Kleinigkeiten im Spiel, wie kleine Knöpfe oder Tasten, so echt aussehen zu lassen. Ich finde, das haben sie geschafft!

Wie geht’s nun weiter mit dem Spiel? Wo kannst du es spielen? Das Zauberspiel soll nicht im Kellerraum des Universitätsgebäudes versteckt bleiben: die fleißigen Studenten haben das Spiel für den Deutschen Computerspielpreis eingereicht. Dieser wird am Dienstag, 10. April ausgelost. Natürlich hoffen Vivien, Mathew und Julian, dass sie mit ihrem Spiel gewinnen und weiter daran arbeiten zu können. Außerdem hast du vielleicht bald die Möglichkeit, das Spiel online zu spielen. Doch dafür brauchst du: einen Computer, eine Virtual-Reality-Brille und einen Spielpartner, der das alles auch hat.  Also, noch ein wenig Geduld und dann heißt es: Brille auf und schau hinein in eine Welt der Zauberei! 

Das Spiel soll im April kostenlos im Internet verfügbar sein, unter diesem Link findest du jetzt schon weitere Fotos und Videos:
https://accident.itch.io/spells

Dort zu sehen gibt es auch nochmal Screenshots und Videos. Spielbar ist es nur mit einer speziellen VR-Brille, der HTC Vive. Pauline Leis