Messungen bei -45 Grad: Trierer Klimaforscher nimmt an großer Arktis-Expedition teil

Andreas Preußer ist Wissenschaftler der Universität Trier. Foto: Uni Trier, Pressestelle

Ein Jahr rund um den Nordpol unterwegs sein: Ein Forschungsschiff hat genau das vor. Die „Polarstern“ ist vor einigen Wochen mit Wissenschaftlern an Bord Richtung Arktis gestartet. Ihr Ziel: das Klima vor Ort studieren. Und ein Forscher der Universität Trier ist mit an Bord.

Offiziell heißt die Expedition MOSAiC. Die englische Abkürzung steht für „Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate“. Das bedeutet in deutsch etwa so viel wie „Driftendes multidisziplinäres Observatorium für Studien im arktischen Klima“. Die Besatzung will also verschiedene Untersuchungen zum Klima im ewigen Eis rund um den Nordpol durchführen. Dabei wird sich das Schiff im Packeis eingeschlossen monatelang treiben lassen. Andere Schiffe und Flugzeuge werden dabei die Menschen an Bord immer wieder versorgen. Die Forscher wechseln sich dabei nach einigen Monaten ab, sie kommen aus verschiedenen Ländern. Es ist, so erzählt es die Universität Trier, die bislang größte Polarexpedition aller Zeiten, an der 70 Forschungsinstitute beteiligt sind.

Der Wissenschaftler aus Trier heißt Andreas Preußer und ist 33 Jahre alt. Er arbeitet für das und seine Kollegen an Bord des Schiffes wollen mit der Expedition Daten zum Klima in der Arktis sammeln und auswerten, denn es gebe bislang zu wenig davon. Andreas Preußer hat dabei einen speziellen Auftrag: Er wird Windgeschwindigkeiten messen. Wie die Universität Trier vor Beginn der Reise erklärte, benutzt Andreas dafür ein Gerät namens „Doppler-Lidar“. Die Universität hatte das Messinstrument schon bei früheren Expeditionen benutzt.

Das Lidar-Windmessgerät war bereits bei früheren Expeditionen der Umweltmeteorologie der Universität Trier im Einsatz. Foto: Uni Trier, Pressestelle

Es ist nicht das erste Mal, dass Andreas Preßer in die Arktis fährt. Diesmal ist er bis Mitte Dezember dabei und wird dann mit einem Eisbrecherschiff nach Deutschland zurückkehren. Die Forscher werden für ihr Vorhaben auf einer ausreichend dicken Eisscholle ein Basis-Camp errichten. Diese Scholle muss mindestens eineinhalb Meter stark sein, um das Forscher-Camp zu tragen und lang genug, damit Flugzeuge darauf landen können.  Und sie müssen dabei nicht nur die extreme Kälte (bis zu minus 45 Grad) aushalten oder sich vor neugierigen Eisbären schützen: Die „Polarstern“ wird während der monatelangen Polarnacht in der Arktis unterwegs sein.

Das bedeutet: Ab Ende Oktober steht die Sonne dann soweit unter dem Horizont, dass kein Tageslicht mehr zu sehen ist. Wenn Andreas Preußer Mitte Dezember die Eisscholle verlässt, um mit dem Eisbrecher zurückzukehren, wird ihn die meiste Zeit permanente Finsternis umgeben haben, teilte die Universität Trier mit.

Die Bilder aus der Arktis werden Andreas Preußer dabei begleiten. „Die Arktis ist ein beeindruckender und einnehmender Ort, gleichzeitig ist sie aber auch eine der sensibelsten Regionen des Erdballs. Dieses Gebiet weiter zu erforschen, fasziniert mich sehr.“

Im Internet könnt ihr live verfolgen, wo die Polarforscher grad unterwegs sind. Die Wissenschaftler stellen dort jeden Tag Informationen zur Reise und Fotos bereit – zum Beispiel das Bild von zwei Eisbären, die offenbar dem Schiff folgen. Das ist der Link: https://follow.mosaic-expedition.org/

Für Eltern: Andreas Preußer gehört dem von Professor Günther Heinemann geleitetem Fach Umweltmeteorologie der Universität Trier an. Mehr Informationen zur Expedition gibt es auf www.mosaic-expedition.org.