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Ich bin Lucky, die Leseratte des Trierischen Volksfreunds.

Mit Wolken über Felder ziehen

Lisa Vesely ist Wanderschäferin. Mit ihren Schafen wandert sie oft kilometerweit. Wir haben sie auf einer Weide oberhalb des Ruwer Tals getroffen.

Es war gar nicht so leicht sie zu finden. Erst als wir ihre Schafe erblickten, wussten wir: Hier sind wir richtig! Es regnet. Das Wetter ist nicht ideal, aber Lisa Vesely steht am Rande ihrer Herde und wartet auf uns. Sie trägt einen schwarzen Hut und Stiefel. Die Wiese ist matschig und ihre Wölkchen sind ganz grau. Schafe sehen wirklich aus wie kleine Wolken und fühlen sich auch fast so an! Nicht nur Lisa hat uns begrüßt: das Blöken der Schafe war auch nicht zu überhören. Blöken bezeichnet man das Rufen der Schafe.

Lisa Vesely hütet etwa 700 Mutterschafe. Dazu kommen deren kleine Lämmer. Das heißt es kommt auch mal vor, dass Lisa mit bis zu 1000 Schafen umherzieht.

Das macht sie aber nicht alleine. Unterstützt wird sie von ihrer Mutter und ihrem Opa. Die zwei sind auch schon sehr lange als Wanderschäfer tätig. Ihre Mutter macht das schon seit etwa 40 Jahren. Also fast ihr ganzes  Leben.

Wanderschäfer leben von ihren Schafen. Die Wolle und das Fleisch der Tiere wird verkauft.

Lisa beginnt ihren Tag sehr früh morgens. Dann füttert sie erst mal ihre Hunde. Die warten auch immer schon schwanzwedelnd auf sie. Wenn die Hunde zufrieden sind geht es in den Stall. Ja, eine Wanderschäferin hat auch einen Stall. Lisas Stall steht bei ihrer Wohnung im Hunsrück. In dem Stall stehen die Schafe, die nicht mehr so gut mit der Herde mitkommen. Zum Beispiel sehr alte oder kranke Schafe. Die können dann natürlich nicht draußen auf der Weide bei den anderen stehen. Den Stall muss Lisa ausmisten und sauber machen. Dann muss sie die Schafe füttern. das macht sie morgens und abends. Sie muss auch schauen ob es den Schafen sonst gut geht. Im Sommer hat sie etwa zwei bis vier Schafe im Stall. Dann kann sie sehr schnell fertig werden. Im Winter sieht das allerdings anders aus. Wenn es Lammzeit ist, gibt es auch kleine Lämmchen im Stall. Die Lammzeit ist die Zeit, wenn die Schafe ihren Nachwuchs bekommen. Das ist meist im Winter.

Wir haben das Glück, viele kleine Lämmer zu sehen. Eines davon dürfen wir sogar streicheln. Es ist wolkenweich. Seine Mutter blökt und schaut ganz genau, dass ihrem Schützling nichts passiert.

Es kommt aber auch vor, dass ein Lamm etwas zu früh kommt. Die sogenannten Frühchen werden oft von Lisa im Stall unter eine Wärmelampe gelegt. Dann wird es denen nicht kalt. Oft muss Lisa den Lämmchen auch die Flasche geben. Dabei päppelt die Schäferin die Kleinen richtig auf und macht sie fit für die große weite Welt. Das alles braucht natürlich Zeit. Im Winter ist also die Stallarbeit viel mehr und kann oft vier Stunden dauern.

„Wenn ich mit der Arbeit fertig bin, fahre ich zu meinen Schafen auf die Weide“, erklärt uns Lisa. Sie hat zwei Sommerweiden – eine in Konz und eine in Trier.

Aber erst muss sie die Schafe auf der Weide pflegen. Dabei muss sie darauf achten ob sich vielleicht eins in der Nacht verletzt hatte. Oder ob ein Schaf gelammt hat. Wenn das der Fall ist, verstaut sie das Lämmchen mit der Mama in ihrem Hänger. So sind sie erstmal von der Herde getrennt. Dort können die zwei sich erholen und eine Bindung aufbauen. So wird das Mamaschaf auf ihren zukünftigen Job vorbereitet. Das ist sehr wichtig. Das nennt man laut Lisa: „Ablammbuchten“.

Die Klauenpflege ist beispielsweise auch wichtig. Dabei überprüft Lisa die Klauen – oder die Zehen und Füße – der Schafe. Die können oft schmutzig sein und dann können die Schafe krank werden. Die Schäferin muss sie also regelmäßig säubern und pflegen um ihre Wölkchen gesund zu halten.

Wenn es im Sommer heiß ist, muss Lisa noch Wasser für die Tiere hinstellen. „Das kann manchmal auch drei Stunden dauern, bis jedes Schaf getrunken hat.“, erklärt Lisa uns.

Wenn die Arbeit getan ist, wird der Zaun geöffnet und die Schafe werden raus gelassen aus ihrer Weide. Dann fängt das eigentliche Hüten an. Dabei passt die Schäferin gut auf ihre Schafe auf. Die Schafe dürfen nämlich nicht überall hin.

Als wir ankommen, waren die Schafe schon fröhlich am mampfen und haben uns zuerst keine große Beachtung geschenkt. Aber nach etwa einer halben Stunde kommt das Leitschaf  der Herde zu uns. Sie ist ganz lieb und super weich. Neugierig beschnuppert sie uns und grinst uns knuffig an. Sie hat ein dunkles Gesicht und hat  ein freundliches Lächeln. Trotzdem sollte man nie einfach so ein Schaf streicheln.

Wenn die Schafe etwas gefressen haben und die Weide auch kein Gras mehr bietet zieht Lisa mit ihrer Herde Wolken weiter. „Im Winter wandern wir dann über die Felder der Bauern“, meint Lisa. Die Bauern kennen sie schon lange und sind froh, dass ihre Schafe über die Felder ziehen. Schafe fressen nicht nur das Gras und machen somit die Felder bereit für die Saat. Sie stopfen auch Mauselöcher mit ihren Füssen. Das Besondere ist dabei, wie Lisa sagt, der „Goldene Tritt“. Schafe verletzten nicht das Gras und so kann das wieder wachsen und der Bauer hat keine Schäden auf seinem Feld. Kühe beispielsweise sind zu schwer und trampeln das Gras einfach platt. So können sich die Schafe den Magen vollstopfen und gleichzeitig helfen sie den Bauern. Der hat sich dann auch viel Arbeit gespart.

Auch Straßen müssen bei der Wanderung überquert werden. Das kann oft gefährlich werden, weil manche Autofahrer keine Rücksicht nehmen.

Die Schafe werden auch von Lisas zwei Hütehunden bewacht. Maya ist dabei ganz besonders toll und zu uns ist sie auch super lieb. Nachdem sie feststellt, dass alles mit den Schafen in Ordnung ist kommt sie zu uns und möchte gelobt werden.

Jetzt ist es schon später Nachmittag und es wird Zeit für Lisa und ihre Herde weiterzuziehen. Die Schafe versammeln sich um sie und machen sich bereit. Auch wenn der Beruf einer Wanderschäferin anstrengend sein kann, liebt Lisa Vesely ihren Job sehr. Ihr steht noch bevor, ihre Schafe in der neuen Weide einzuzäunen.

Dann zieht das Meer an Wolken auch an uns vorbei und wir können uns verabschieden.

 

Extra:

  • Hütehunde

Hütehunde sind überaus wichtig für eine Wanderschäferin wie Lisa Vesely. Sie helfen ihr, die Schafe zu bewachen und zu hüten. Der beste Hütehund von Lisa ist die Maya. Maya hört auf jedes Wort und ist immer ganz aufmerksam. Wenn ein Schaf also neugierig irgendwohin geht, wo es nicht hin soll, sagt Maya dem Schaf es soll zurückgehen. Bei einem sehr frechen Schaf muss die Hündin eventuell auch mal etwas härter durchgreifen und es zwicken. Das heißt, dass Maya nach dem Schaf schnappt, aber es natürlich nicht verletzt. Maya musste das alles aber auch erst lernen. Diese Hütehundausbildung dauert etwa drei Jahre. Das muss Lisa auch zwischendurch machen. Maya kann viele Kommandos. Eines davon ist laut Lisa „Wo ist das Baby?“.  Das bedeutet, dass Maya helfen soll ein kleines Lamm zu finden, dass eventuell auf einer Wiese zurück geblieben ist.

 

  • Vorsicht Raps!

Auch wenn Schafe viel fressen, dürfen sie noch lange nicht alles mampfen. Raps, Äpfel und Klee können sogar tödlich enden. Wenn ein Schaf zu schnell zu viel Raps futtert, dann bläht sich der Magen so sehr auf, dass das Schaf sterben kann. Da muss man also sehr vorsichtig sein. Du solltest also einem Schaf niemals etwas füttern, wenn du nicht vorher die Schäferin gefragt hast, ob das in Ordnung ist.

 

  • Mamaschaf und Lamm

Oft bekommen Schafe Zwillinge- also zwei Lämmer. Damit Lisa die Lämmer immer zu der richtigen Mama zuordnen kann, markiert sie sie. Und so malt sie zum Beispiel ein rotes A auf den Rücken der Mama und auf jedes ihrer Lämmer. Wenn du also solche Markierungen siehst, ist das kein Blut. So erkennt Lisa nur welches Lämmlein zu welchem Schaf gehört.

 

  • Leinenpflicht für Hunde!

Auch wenn dein Hund super lieb ist und einem anderen Tier niemals was antun würde, ist es trotzdem wichtig ihn an einer Leine zu führen. Wenn dein Hund ein Schaf riecht kann es nämlich schon passieren, dass er etwas neugierig wird. Das könnte die Schafe erschrecken und das ist nicht gut. Und wenn ein Schaf wegspringt, kann es vorkommen, dass dein Hund hinter ihm herläuft. Das wäre sehr stressig für die Herde. Sei lieber etwas vorsichtig und behalte deinen Hund an der Leine.

 

  • Der Wolf

Der Wolf ist ein wildes Tier. Ihn kann man nicht knuddeln. Leider fressen Wölfe gerne Schafe. Das findet Lisa einfach nicht gut. Wölfe sollten nur in bestimmten Gebieten geschützt werden, wie in einem Naturpark oder ähnliches. Wenn Wölfe jedoch frei herumlaufen, wird Lisas Herde sehr gefährdet. Dabei gibt es verschiedene Schutzmaßnahmen, die ein Schäfer nutzen kann. Es gibt zum Beispiel extra Schutzhunde. Diese sind ausgebildet, eine Schafsherde gegen Wölfe zu schützen. Das ist nochmal etwas anders als Lisas Hütehund. Diese speziellen Schutzhunde sind aber sehr teuer und müssen separat von normalen Hütehunden gehalten werden. Außerdem ist vorgeschrieben, dass man einen Schutzhund für 100 Schafe hat. Für Lisa ist das leider nicht machbar denn sie bräuchte dann mindestens acht solcher Hunde. Sie getrennt von ihren Hütehunden zu halten wird auch sehr schwer.

 

Samantha Ward

Internationaler Museumstag 2018 steht wieder vor der Tür

Geschichte ganz neu entdecken: oft eintrittsfrei am Internationalen Museumstag.

Warum er International heißt? Na, weil er das ist. Es gibt nicht nur in Deutschland Veranstaltungen sondern auch in Österreich und der Schweiz. In Luxemburg gibt es am 20.Mai eine Tour mit dem Doppeldeckerbus in sechs luxemburgische Museen. Die genaue Strecke kannst du hier erfahren. 

Der Internationale Museumstag wurde 1978 zum ersten Mal gefeiert. Die Idee kam von dem Internationalen Museumsrat ICOM (engl.: International Council of Museums). Seit dem findet dieser Tag immer um den 18. Mai statt. Museen können Menschen nicht nur informieren. An diesen Orten kannst du vieles über andere Kulturen lernen und erleben. Dort wird Geschichte aufbewahrt und erzählt. Das ist sehr wichtig damit das Wissen über alter Kulturen und frühere Menschen nicht verloren geht. Heute werden tolle Führungen oder Workshops angeboten. Workshops sind Veranstaltungen an denen du aktiv teilnehmen kannst und zum Beispiel etwas basteln kannst.

Dieses Jahr findet der Internationale Museumstag am Sonntag, den 13. Mai statt. An dem Tag ist übrigens auch Muttertag. Vielleicht kannst du ja auch einen ganz tollen Museumstag mit deiner Mama erleben.

Das Motto dieses Jahr ist: „Netzwerk Museum: Neue Wege, neue Besucher“. Dieses Motto beschreibt vor allem den Zusammenhalt und die Kommunikation der Museen. So kann nämlich jedes Museum etwas anbieten, dass unter diesem Motto läuft. Interessant ist dabei natürlich auch, dass es in Trier viel über Karl Marx zu sehen ist. Ein ganz berühmter Philosoph der in Trier geboren. Dieses Jahr wird sein 200. Geburtstag gefeiert.

Die fünf Museen in Trier laden dich und deine Freunde und Familie herzlich ein. Viel wird geboten. Im Rheinischen Landesmuseum gibt es zum Beispiel auch die große Landesaustellung „Karl Marx 1818-1883. Leben. Werk. Zeit“.  Dabei kannst du ganz viel über den weltbekannten Denker erfahren. Es geht aber nicht nur um Karl Marx als Person sondern auch um andere Errungenschaften zu seiner Zeit – also was es so Neues gab im 19. Jahrhundert. Da gibt es dann auch eine Führung über Lokomotiven.  Das sind ganz alte Züge. Da darfst du dann auch einen Stoffbeutel verzieren.  Es wird auch ein Kleiderflohmarkt angeboten und andere Bastelaktionen. Da lohnt es sich doch wirklich mal hin zu gehen.

Interessant kann es für dich auch im Stadtmuseum am Simeonstiftplatz werden. Auch dort gibt es eine Marx-Ausstellung. Aber vor dem Museum steht die Kulturkarawane „Klein Anders“.  Dort gibt es Spiel-und Bastelstationen für Groß und Klein. Du kannst da beispielsweise eine Wunderscheibe basteln. Was soll das denn sein? Eine Wunderscheibe ist leicht gebastelt und kann zwei Bilder wie mit Zauberei vereinen. Schau doch einfach dort vorbei und lass dich überraschen.

Im Museum im Dom wird unter anderem ein spannendes Suchspiel für dich und deine Freunde angeboten. So kannst du mit Spaß das Museum erkunden.  Und die Schatzkammer in der Stadtbibliothek hat auch einiges zu bieten. Mehr noch: Im Karl-Marx-Museum gibt es noch einen Textilworkshop.

Es lohnt sich also, mit deiner Familie durch die Stadt Trier zu schlendern und die Museen unsicher zu machen.

Das alles kannst du schon nur in Trier erleben. In der Umgebung gibt aus auch noch weitere spannende Angebote.

Wenn du Ritterfan bist könnte dich das echt interessieren: Die Burg  Grimburg. Dazu gibt es auch das Burg-und Hexenmuseum Grimburg. Das ist jetzt in einem alten Bauernhaus des 18. Jahrhunderts gegenüber der Kirche. Die Burg liegt im Naturpark Saar-Hunsrück bei Hermeskeil. Das wäre ja auch ein tolles Erlebnis! Wenn ihr noch mehr wissen wollt, schnuppert hier rein: http://www.burg-grimburg.de/startseite/

Auch das Freilichtmuseum Roscheider Hof bei Konz lockt mit seinem Angebot. Dort kannst du Geschichte richtig lebendig erleben. Am Sonntag ist das Thema die Nachkriegszeit. Wie haben die Leute nach dem zweiten Weltkrieg gelebt?  Wenn ihr das wissen wollt, wäre das auf jeden Fall ein  toller Ort. Allerdings bezahlt ihr dort den normalen Eintrittspreis.

Wenn ihr euch noch mehr informieren möchtet, schaut einfach hier rein:

http://www.roscheiderhof.de/index.php/de/fee-veranst

https://www.museumstag.de/programm?search%5Bort%5D=trier&search%5Bids%5D=&show-results=

https://www.museum-trier.de/File/programm-museumstag-2018.pdf

 

Samantha Ward

Auf den Spuren von Karl Marx

Karl Marx- wer war das?

Dieser Mann war ein berühmter Philosoph. Also jemand, der sich viel mit der Gesellschaft um ihn herum befasste. Er lebte im 19. Jahrhundert und dieses Jahr feiern wir seinen 200. Geburtstag.

Damals dachte Karl Marx, dass der Unterschied zwischen armen und reichen Menschen zu groß sei und deshalb nicht fair. Er setzte sich also viel damit auseinander. Aber warum hören wir gerade in Trier so viel von ihm? Das ist ganz einfach: Hier ist Karl geboren.

Am fünften Mai 1818 erblickte Baby-Karl als drittes Kind der Familie das Licht. Das war in einem großen Haus in der Brückenstraße in Trier. Das Haus blieb aber nicht lange sein Zuhause. Karl war erst ein Jahr alt, als seine Familie umzog. Jetzt ist sein Geburtshaus ein Museum und wird Karl-Marx-Haus genannt. Man kann da viele von seinen Schriften sehen und eine Übersicht von seinem Leben bekommen. Außen hängt auch ein Schild an der Wand, dass bezeugt, dass Karl Marx hier am 5. Mai 1818 geboren ist.

Die Familie Marx zog in eine Wohnung direkt bei dem Stadttor, der Porta Nigra, in die damalige Simeongasse 1070. Das ist heute das Haus in der Simeonstraße acht. Dort wohnte er dann noch bis er  sein Abitur absolvierte. Sein Zuhause war Mittelpunkt seines Lebens in Trier. Aber nicht nur dort hielt er sich oft und gerne auf. Heute hängt noch eine Tafel an der Hauswand, auf der steht: „In diesem Hause wohnte von 1819 bis 1835 Karl Marx geb. am 5 Mai in Trier“. Außerdem gibt es jetzt einen Einkaufsladen in dem Haus.

Das Haus in der Neustraße 83, war auch ein sehr spannender Ort für Karl. Dort wohnte ein guter Freund seines Vaters.  Dieser wurde auch zu seinem Mentor oder Lehrer. Fast jeden Tag ging Karl Marx dort hin. Er stöberte durch Bücher und hatte oft interessante Gespräche und hitzige Diskussionen mit seinem Lehrer. Aber nicht nur zum Lernen ging er gerne dort hin. In der Familie von Westphalen gab es nämlich auch ein sehr hübsches Mädchen: Jenny.  Sie war etwa vier Jahre älter als Karl. Dazu galt sie als das schönste Mädchen in Trier. Die zwei verbrachten viele Stunden miteinander und letztendlich verlobten sie sich 1836 heimlich. Geheiratet haben sie aber erst etwa sieben Jahre später am 22. Juni 1843. Wenn man heute durch die Neustraße geht, fällt einem in diesem Haus eine Volksbank auf. Vielleicht wart ihr auch schon mal mit euren Eltern dort um Geld abzuheben. Versteckt an einer seitlichen Wand ist noch eine Gedenktafel. Die soll an Jenny erinnern.

Vor seiner Hochzeit machte Karl noch sein Abitur. Das absolvierte er am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium. Damals hieß die Schule Collège. Erst 1858 wurde es zum Königlichen Gymnasium. Erst 40 Jahre später bekam es den Namen Friedrich-Wilhelm-Gymnasium. Damals lernte Karl noch in dem alten Gebäude in der Jesuitenstraße. 1835, also vor 138 Jahren, beendete er sein Abitur. Danach sah man ihn nicht mehr in Trier. Ihn verschlug es in die Welt: Nach Brüssel, Paris und am Ende nach London.

Auch heutzutage erinnert noch sehr viel an den berühmten Schüler des Gymnasiums. Im Foyer steht eine rote Figur von ihm. Außerdem haben sich einige Schüler die Mühe gemacht Bilder von und über ihn zu malen. Ein großes Gemälde ist auch dabei. Dazu kommt, dass es an der Schule eine ganz besondere AG (Arbeitsgemeinschaft) gibt. Da gießen Schüler Statuen aus Beton. Ratet mal, wie die aussehen: Wie Karl Marx. Diese Statuen stehen heute im Schulgarten. Von dieser Figur haben die Schüler Fotos gemacht. Dann haben sie auch Orte in Trier fotografiert. Diese zwei Fotografien haben die Schüler mit einem Computerprogramm zusammengefügt. Dann sieht es so aus als würde eine dieser Betonstatuen zum Beispiel in der Innenstadt stehen.

Bald gibt es auch Projekttage an dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und die sollen auch an Karl Marx erinnern. Vielleicht wollt ihr dann mal dort vorbeischauen? Schaut doch einfach mal rein.

In der Zeit, in der Karl Marx um die Welt reiste verfasste er viele Schriften und Bücher, für die er nun auch berühmt ist. Doch manche haben seine Ideen und Forderungen missbraucht. In seinem Namen wurde  vielen Menschen Leid und Unrecht angetan. Das war wahrscheinlich nicht der Gedanke, den Karl damals hatte. Heute ist er ein weltbekannter Philosoph und es gibt viele Debatten über ihn, seine Ideen und dessen Umsetzung.

Die Stadt Trier hat dieses Jahr  viel zu Ehren von Karl Marx gemacht. Karl wird dieses Jahr 200 Jahre und das muss gebürtig gefeiert werden. Anstatt eines großen Geburtstagskuchen gibt es eine riesige Statue aus Bronze. Die wird am Simeonstiftplatz aufgebaut. Insgesamt wird sie fünfeinhalb Meter hoch sein. Ein berühmter Künstler aus China hat diese Statue ganz aus Bronze angefertigt. Zuerst sollte die Statue sogar noch größer sein und direkt neben dem Karl-Marx-Haus stehen. Leider ist dort nicht so viel Platz. Also wurde ein anderer Ort gesucht. Und da passt der Simeonstiftplatz auch ganz gut. Weißt du noch was da in der Nähe ist? Das liegt direkt an der Porta Nigra und ist ganz in der Nähe von Karls Wohnhaus. Dieser Ort war ja sehr wichtig für ihn. Da passt die Statue gut hin. An seinem Geburtstag, also dem fünften Mai, wird der Bronze-Karl auf seinem Platz enthüllt. Vielleicht habt ihr ja Lust ihn euch anzuschauen.

Anstatt Partyhütchen gibt es nun die Marx-Ampel. Einen offiziellen Namen gibt es noch nicht. Vielleicht habt ihr ja eine Idee? Namensvorschläge könnt ihr im Rathaus abgeben. Das ist das Gebäude direkt hinter dem Humboldt-Gymnasium beim Theater. Bei dem Übergang am Simeonstiftplatz leuchtet nun ein kleiner Karl Marx in der Ampel. Der leitet euch nun sicher auf die andere Straßenseite. Natürlich gilt auch hier: Bei Grün gehen, bei Rot stehen! Es gibt jetzt eine zweite Ampel bei seinem Geburtshaus in der Brückenstraße. Da bringt euch Karl auch sicher zu seinem Museum.

Es gibt sogar noch mehr in Trier zu sehen! Dieses Jahr gibt es viele Veranstaltungen mit dem Thema Karl Marx.  Das Stadtmuseum, wie auch das Rheinische Museum bieten viele Workshops, Rundgänge und Führungen an. Das könnte echt interessant für euch sein. Ihr könnt mit euren Eltern oder eurer Schulklasse dorthin gehen. Mehr Infos findet ihr unter: https://www.karl-marx-ausstellung.de/schule.html

Außerdem findet am 13. Mai der Internationale Museumstag statt. Das wäre doch DIE Gelegenheit um auch kostenlos viel über Karl Marx zu erfahren.

Und wenn ihr euch einen schönen Überblick verschaffen wollt, schaut euch unsere Videos an: Märchenstunde und Stadtrundgang

Samantha Ward