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Bundestagswahl: Diese Männer und Frauen (und Parteien) stehen zur Wahl

Sind euch vielleicht auch schon die Plakate an den Straßenrändern aufgefallen? Das hat einen besonderen Grund: Am 24. September, also in wenigen Wochen, wählen die Erwachsenen den Bundestag. Das ist eine Versammlung von Männern und Frauen, die der Regierung auf die Finger schauen und Gesetze beschließen. Sie wird alle vier Jahre neu gewählt. Deswegen werben die Kandidaten mit den Plakaten um die Stimmen der Wähler – also der Erwachsenen. Kinder und Jugendliche dürfen nicht wählen.

Man sagt zu den Mitgliedern des Bundestags auch „Abgeordnete“ oder „Volksvertreter“. In der Regel treten sie für eine Partei bei der Wahl an. Parteien sind politische Gruppen, die bestimmte Ideen für das Land umsetzen wollen. Dafür brauchen sie Abgeordnete im Bundestag. Hat eine Partei die Mehrheit im Bundestag hat (oder im Bündnis mit anderen Parteien), kann sie die Regierung und den Chef der Regierung stellen. Sie ist dann die „Regierungspartei“. Im Gegensatz dazu werden die anderen Parteien, die bei der Wahl unterlegen waren, als „Opposition“ genau hingucken, was die Regierung und die Mehrheit im Bundestag macht. Denn auch mit Mehrheit muss sich eine Partei, und müssen sich die Abgeordneten, an die bestehenden Gesetze halten, wenn sie politische Ideen umsetzen wollen.

Aber wie wird denn nun gewählt?

Jeder Erwachsene in Deutschland hat zwei Stimmen, die Erststimme und die Zweitstimme.

Die Zweitstimme  ist die wichtigere Stimme. Denn mit ihr wählt der Erwachsene eine Partei. Je mehr Zweitstimmen eine Partei gewinnt, desto stärker wird sie im Bundestag sein. Beispiel: In einer Versammlung sind 10 Sitze, also Plätze für Abgeordnete, zu besetzen. 100 Menschen gehen zur Wahl und geben ihre Zweitstimme ab. Davon geben 60 Menschen der Partei „A“ ihre Stimme. Partei „A“ hat also 60 Prozent der Stimmen gewonnen – und 60 Prozent von 10 Sitzen sind 6. Partei „A“ wird also sechs Sitze in der Versammlung haben. Auch Partei „B“ ist zur Wahl angetreten, hat aber nur 40 Stimmen bekommen = 40 Prozent = 4 Sitze. Partei „A“ hat die Mehrheit in der Versammlung und stellt die Regierung.

Vor der Wahl haben die Mitglieder der Parteien Listen erstellt. Wer auf diesen Listen ganz oben steht, darf in den Bundestag einziehen – bis alle Sitze für die Partei besetzt sind. Aber es gibt eine wichtige Ausnahme, und die hängt mit der Erststimme zusammen. Denn mit dieser werden die Hälfte der Abgeordneten im Bundestag direkt von den Erwachsenen gewählt. Dafür wird Deutschland zur Wahl in 298 Wahlkreise unterteilt. In jedem Wahlkreis gibt es nur einen Sieger. Bei uns in der Region gibt es drei Wahlkreise. Der Sieger in einem Wahlkreis kommt direkt in den Bundestag. Wenn er aber auf der Liste seiner Partei steht, wird die Zahl der Sitze für die Männer und Frauen,  die über diese Liste in den Bundestag einziehen wollen, verkleinert.  Umgekehrt können Kandidaten, die im Wahlkreis verloren haben, auch in den Bundestag einziehen – wenn sie auf der Liste ihrer Partei weit oben standen.

Das sind die Kandidaten. In Klammern die Namen der Parteien, denen sie angehören. (für die Erststimme)

Die Direktkandidaten im Wahlkreis 200 (Mosel/Rhein-Hunsrück):

  • 1. Peter Bleser (CDU)
  • 2. Ivonne Horbert (SPD)
  • 3. Ralf Kauer (Bündnis 90/Die Grünen)
  • 4. Carina Konrad (FDP)
  • 5. Alexandra Erikson (Die Linke)
  • 6. Martin Fischer (AfD)
  • 7. Willi Feilen (Freie Wähler)
  • 8. Johannes Schneider (ÖDP)

Die Direktkandidaten im Wahlkreis 202 – Bitburg:

  • 1. Patrick Schnieder (CDU)
  • 2. Jan Pauls (SPD)
  • 3. Jürgen Krämer (FDP)
  • 4. Erik Hofmann (ÖDP)
  • 5. Beate Härig-Dickersbach (AfD)
  • 6. Katharina Penkert (Die Linke)
  • 7. Henning Wunderlich (Freie Wähler)


Die Direktkandidaten im Wahlkreis 203 – Trier:

  • 1. Andreas Steier (CDU)
  • 2. Katarina Barley (SPD)
  • 3. Corinna Rüffer (Bündnis 90 / Die Grünen)
  • 4. Adrian Assenmacher (FDP)
  • 5. Katrin Werner (Die Linke)
  • 6. Erwin Nikolaus Ludwig (AfD)
  • 7. Stephan Wefelscheid (Freie Wähler)
  • 8. Safet Babic (NPD)
  • 9. Andrej Soffel (Die Partei)
  • 10. Albert Niesen (parteiloser Bewerber)

Das sind die Parteien, die sich in unserer Region zur Wahl stellen (für die Zweitstimme):

Liste 1: Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU
Liste 2: Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD
Liste 3: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN GRÜNE
Liste 4: Freie Demokratische Partei FDP
Liste 5: DIE LINKE DIE LINKE
Liste 6: Alternative für Deutschland AfD
Liste 7: Piratenpartei Deutschland PIRATEN
Liste 8: FREIE WÄHLER FREIE WÄHLER
Liste 9: Nationaldemokratische Partei Deutschlands NPD
Liste 10: Ökologisch-Demokratische Partei ÖDP
Liste 11: Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands MLPD
Liste 12: Bündnis Grundeinkommen – Die Grundeinkommenspartei BGE
Liste 13: Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Eliteförderung Die PARTEI
und basisdemokratische Initiative
Liste 14: V-Partei3- Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer V-Partei3

Wusstest du? Eigentlich gibt es viel mehr Parteien, die gewählt werden wollen oder wollten. Aber manche Parteien treten nur in bestimmten Bundesländern an, nicht in allen. Die Liste oben ist die für das Bundesland Rheinland-Pfalz. Andere Parteien wurden nicht zur Wahl zugelassen. Man muss nämlich bestimmte Bedingungen erfüllen, um mitmachen zu dürfen. Zum Beispiel muss eine Anzahl von Menschen unterschreiben, dass sie die Partei unterstützen. Oder es müssen Fristen eingehalten werden.

Terroristen wollen Angst verbreiten … aber so wehrst du dich dagegen!

Polizisten sperren Straßen ab, Krankenwagensirenen heulen durch die Stadt, Ärzte kümmern sich um verletzte Menschen, im Internet werden fast im Sekundentakt neue Informationen verbreitet. Der Grund: Terroristen haben einen Anschlag verübt.  Ein Experte sagt: Nicht davon verrückt machen lassen. Und sich keine Angst einjagen lassen. Wie, das erfahrt ihr hier!

Lucky: Wenn Menschen bei einem Anschlag sterben oder verletzt werden, ist das schrecklich. Wie gehe ich mit solchen Nachrichten um?
Oliver Klauk: Kinder haben ein Recht auf Informationen. Aber es ist wichtig, immer bei der Wahrheit zu bleiben: Also sorgfältig und genau zuzuhören und zu lesen, um sich nicht an Gerüchten zu beteiligen. Das heißt, erfindet nicht Dinge in den Gesprächen, die nicht stimmen. Und wenn ihr etwas nicht versteht, dann fragt eure Eltern oder Lehrer, was es bedeutet.

Und wenn ich nun Sorgen oder Angst habe?
Oliver Klauk: Solche Nachrichten oder Bilder sind nicht immer  gut für Kinder. Wenn du merkst, dass dich die Nachrichten oder die Gespräche darüber belasten, sie dir nicht gut tun oder sogar Angst machen, schaltest du besser den Fernseher aus und hörst auf, darüber zu lesen. Unternimm stattdessen Dinge, die dir Spaß machen oder dich ablenken, zum Beispiel mit Freunden spielen oder bewegen. Teile deine Sorgen auch mit deinen Eltern und sprich mit ihnen darüber.

Kann ich selbst auch anderen helfen?
Oliver Klauk: Wenn du merkst, dass es deinen Freunden oder Klassenkameraden schlecht geht, dann  rede mit ihnen, wenn sie das möchten.  Sprecht  über die Geschehnisse, aber nur so viel, wie es euch gut tut.

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Weitere Tipps vom Experten, mit „schlechten“ Nachrichten umzugehen: „Du kannst deine Gedanken in ein Tagebuch schreiben und es dann wegschließen mit dem Satz: ,Alles, was ich hier rein geschrieben habe, bleibt jetzt hier, und ich mache jetzt etwas anderes!‘“, sagt Oliver Klauk.
Was auch hilft: Plane eine „Grübel-schlechte-Laune-Stunde“ ein, zum Beispiel täglich von 15 bis 15.30 Uhr. Dort schreibst du alles in dein Tagebuch und schließt es weg – siehe oben. „Immer wenn wieder sorgenvolle Gedanken kommen, sagst du ihnen: Nicht jetzt, sondern später, wenn wieder ,Grübel-schlechte-Laune-Stunde‘ ist, erklärt der Experte.
Bau dir eine Sorgenschachtel. Dort kommen alle aufgeschriebenen Sorgen und belastenden Gedanken rein. Nur zu einer bestimmten Zeit, die du festlegst, werden die Gedanken gelesen und beantwortet.
Bei Einschlafproblemen: Wenn störende Gedanken oder Bilder kommen, lasse sie vorbeiziehen wie Wolken am Himmel. Oder stell dir vor, der Gedanke zieht an der linken Kopfhälfte rein und an der rechten Hälfte wieder raus.

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ZUR PERSON: Oliver Klauk ist Schulpsychologe. Er berät Lehrer, Eltern und Schüler, wenn sie Probleme haben, und arbeitet beim Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz.

Infos für Eltern: Das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz ist unter dieser Internetadresse erreichbar. Es hat in der Region Trier schulpyschologische Beratungszentren. Adressen und Ansprechpartner  hier.

Bundestagswahl: Duell zwischen Kanzlerin und Herausforderer

 

Die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel und der SPD-Kanzlerkandidat und SPD-Vorsitzende Martin Schulz geben sich vor Beginn des Fernsehduells in den Fernsehstudios die Hand. Foto: Herby Sachs/ARD-Pool/dpa

Wer wird künftig Chef der Regierung von Deutschland? Das entscheidet sich in wenigen Wochen: Am 24. September, einem Sonntag,  wählen die Erwachsenen in Deutschland den Bundestag.

Das ist eine Versammlung von Frauen und Männern, die über Gesetze in Deutschland entscheiden und der Regierung auf die Finger gucken.

Der Bundestag hat seinen Sitz in Berlin, der Hauptstadt von Deutschland. Seine Mitglieder werden alle vier Jahre neu gewählt. Deswegen sieht man derzeit an vielen Straßen große und kleine Plakate. Mit denen werben die Kandidaten darum, gewählt zu werden. Sie halten zudem Reden vor ihren Anhängern auf großen Plätzen oder geben in Zeitungen Interviews.

Die gewählten Volksvertreter sind Mitglieder von Parteien und ziehen für sie in den Wahlkampf. Denn jeder Wähler in Deutschland wählt nicht nur seinen Kandidaten an seinem Wohnort (mit der Erststimme), sondern mit seiner Zweitstimme auch eine der Parteien, die zur Wahl antreten.

Die Parteien, die nach der Wahl die meisten Vertreter im Bundestag stellen, stellen in der Regel die Regierung von Deutschland – und damit den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin. Das ist die Bezeichnung für den Chef der Regierung.

Derzeit ist Angela Merkel von der Partei CDU die Bundeskanzlerin. Sie will das auch bleiben. Der Mann rechts auf dem Foto heißt Martin Schulz. Er gehört der Partei SPD an, und er will mit seiner Partei die Wahl gewinnen – und dann zum Bundeskanzler gewählt werden. Beide vertreten die größten Parteien in Deutschland. Am Sonntag trafen Angela Merkel und Martin Schulz erstmals gegeneinander an – im Fernsehen, bei einem „Duell“. Sie mussten verschiedene Fragen vor der Kamera beantworten.

Und wer gewinnt nun die Wahl? Das erfahrt ihr hier auf Luckys Internetseite!  Außerdem werden wir die kommenden Tage hier noch mehr zur Wahl erzählen und erklären. Schaut also vorbei!