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Nations League: Wenn Deutschland in einer Liga mit den Niederlanden spielt

WM, EM – und jetzt auch noch die „Nations League“. Wir erklären es euch.

Nations League ist englisch und bedeutet „Liga der Nationen“. Gemeint ist damit ein neuer Wettbewerb im internationalen Fußballgeschäft. Und das geht so: Alle Länder Europas nehmen mit ihren Fußball-Nationalteams an der neuen Liga teil. Allerdings werden die jeweils stärksten Teams in eigenen Gruppen eingeteilt, und die schwächeren entsprechend in anderen Gruppen. Innerhalb der Gruppen wird wie in der Bundesliga gegeneinander gespielt. Die jeweiligen Sieger der vier Gruppen der Liga A (das sind die stärksten Mannschaften) kommen in die Endrunde (Halbfinale, Finale) oder steigen in die nächsthöhere Liga, die letztplatzierten Mannschaften der Gruppen in den Ligen B, C und D steigen ab (in der Gruppe D gibt es keine Absteiger).

Die Macher der Nations League sagen, dass dadurch weniger Freundschaftsspiele stattfinden sollen. Kritiker sagen, es gebe schon zu viele Spiele. Aber Fußball-Fans dürfen sich freuen: Deutschland spielt in einer Gruppe zusammen mit Frankreich und den Niederlanden. Das dürften spannende Spiele werden.  In den anderen drei Gruppen der „Liga A“ spielen zum Beispiel die Nationalteams von Spanien, Belgien, Portugal, England, Italien oder Island.

Spielpaarungen in der Gruppe A (alle Spiele findest du in diesem Dokument):

6. September Deutschland gegen Frankreich
9. September: Frankreich gegen Niederlande
13. Oktober:  Niederlande gegen Deutschland
16. Oktober: Frankreich gegen Deutschland
16. November: Niederlande gegen Frankreich
19. November: Deutschland gegen Niederlande

 

Die Sportarten bei den Winter-Paralympics

Die Winter-Paralympics finden vom 9. bis 18. März in Pyoengchang (gesprochen: Pjöng-Tschang) in Südkorea statt. Was die Paralympics sind, erfahrt ihr hier.

Bei den Winterspielen kämpfen die Athleten bald in sechs Sportarten um die Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen. Es gibt Ski Alpin, Ski Nordisch, Sledge-Eishockey, Rollstuhlcurling, Biathlon und Para-Snowboarding. Bei allen Wettbewerben werden die Sportler in verschiedene Klassen eingeteilt, damit keiner einen Nachteil hat. Es gibt stehend, sitzend und sehbehindert.

 

Beim Ski-Alpin fahren die Sportler auf einem Ski-Brett oder zwei Ski-Brettern mit Ski-Stöcken durch Slalomstangen einen Berg herunter. Je nachdem, welche Behinderung die Sportler haben sitzen sie in einer Schale, die an einem Ski-Brett befestigt ist oder sie stehen auf zwei  Ski-Brettern.

Ski-Nordisch ist ein eine übergeordnete Bezeichnung für drei Sportarten. Skilanglauf, Skispringen und die Nordische Kombination (eine Mischung aus Skisprung und Langlauf). Manche Sportler sind blind. Sie müssen von einem „Guide“ geleitet werden. „Guide“ ist Englisch und bedeutet“ Führer“. Andere haben kein Bein mehr und müssen eine Prothese – einen Ersatz für das verlorene Körperteil – tragen. Je nachdem, wie schwer ihre Behinderung ist, fahren sie im Stehen oder Sitzen.

Sledge Eishockey ist wie das Eishockey, das Du bestimmt schon kennst. Zwei Mannschaften spielen gegeneinander und versuchen, den Puk mit einem Stock ins gegnerische Tor zu schießen. Der einzige Unterschied ist, dass die Sportler beim Sledge-Eishockey nicht in Schlittschuhen über das Eis laufen, sondern in einem Schlitten sitzen. „Sledge“ (ausgesprochen: slätsch)  ist Englisch und bedeutet Schlitten.

Hast du schon mal einen Schneeball über einen zugefrorenen See gerollt oder Steine über einen Teich geflitscht? So ähnlich funktioniert Curling. Curling ist Englisch und bedeutet Eisstockschießen. Zwei Mannschaften treten gegeneinander an. Sie spielen nacheinander einen runden Stein mit einem Griff über das Eis, der dann in einem Kreis am Ende des Spielfeldes liegen bleiben soll. Bei den Paralympics sitzen alle Curling-Sportler im Rollstuhl.

Biathlon ist eine Zusammensetzung aus Ski-Langlauf und Sport-Schießen mit einem Luftgewehr. Sehbehinderte schießen zum Beispiel mit einem Lasergewehr und zielen mit Hilfe eines Tonsignals,  Athleten ohne Arme bekommen besondere  Auflagen, damit sie Schießen können.

Beim Para-Snowboarding fahren die Athleten eine Berg-Rennstrecke auf einem Snowboard herunter. Sie fahren über kleine Hügel, springen und machen verschiedene Tricks. Es gibt drei verschiedene Sportklassen, in die die Sportler je nach Schwere der Behinderung eingeteilt werden.

 

Von Simon Diedrich

 

Paralympics: Blind auf dem Snowboard den Berg herunterrasen

Es gibt bestimmt etwas, das du sehr gerne machst. Lesen, Fußball spielen oder Tanzen. Anna Schaffelhuber ist 25 Jahre alt und fährt für ihr Leben gerne Ski. Das Besondere: sie ist querschnittsgelähmt, kann also nicht mehr laufen. Sie ist eine gute Sportlerin und nimmt regelmäßig an den Paralympics teil. Sie hat dort insgesamt schon fünf Goldmedallien gewonnen. Was die Paralympics sind, erfahrt ihr hier.

Die Paralympischen Spiele – auch Paralympics genannt – sind die Olymischen Wettkämpfe für körperlich behinderte Sportlerinnen und Sportler. Die Paralympics finden wenige Wochen nach den Olympischen Spielen statt und sind auch in Sommer –und Winterspiele aufgeteilt. Je nach Jahreszeit finden dann unterschiedliche Wettkämpfe statt. Insgesamt gibt es 28 Sportarten – 22 im Sommer und sechs im Winter. Bei den Sommerspielen gibt es zum Beispiel Blinden-Fußball, Sitzvolleyball oder Rollstuhlbasketball. Im Winter Ski-Langlauf, Eishockey im Sitzen oder Rollstuhlcurling.
Die Idee, dass auch körperlich behinderte Menschen am Sport teilnehmen dürfen, kam aus England. Nach einem Krieg waren viele Menschen verwundet zurückgekommen. Sie hatten einen Arm oder ein Bein verloren. Manche waren querschnittsgelähmt, konnten also nicht mehr laufen.
Im Jahr 1948 fanden in der englischen Kleinstadt Aylesbury die ersten Wettkämpfe für Rollstuhlfahrer statt. Die Idee der Wettkämpfe hatte der Arzt Ludwig Guttmann. Er brachte den Verletzten so bei, besser mit ihrer Behinderung umzugehen. Zunächst gab es nur das Bogenschießen im Rollstuhl – an den Wettkämpfen nahmen 14 Frauen und Männer teil, die sich im Krieg am Rücken verletzt hatten und deshalb im Rollstuhl sitzen mussten.
1960 fanden kurz nach den Olympischen Spielen in Rom die ersten „Weltspiele der Gelähmten“ statt. 400 Athleten aus 21 Ländern nahmen daran teil. Zunächst waren es nur Rollstuhlsportler, später auch Sportler mit einer Amputation oder einer Sinnesbehinderung, also Gehörlose oder Sehbehinderte. Seitdem finden die Paralympics regelmäßig statt, immer im selben Jahr wie die Olympischen Spiele.

Extra: Die Paralympics finden am gleich Ort wie die Olympischen Spiele statt
Ursprünglich sollten die Paralympics auch immer am selben Ort wie die Olympischen Spiele stattfinden. Viele Olympiaveranstalter konnten oder wollten die Spiele für behinderte Menschen nicht durchführen.
Ein Beispiel dafür waren die Winterspiele 1984. Die Stadt Sarajewo in Jugoslawien war nicht in der Lage, die Spiele behindertengerecht auszurichten. Deshalb musste die österreichische Stadt Innsbruck einspringen.
Am 22. September 1989 wurde das Internationale Paralympische Komitee gegründet. Ein Komitee ist eine Gruppe von Personen, die bestimmte Aufgaben haben und wichtige Entscheidungen treffen. Das Internationale Paralympische Komitee ist ein Zusammenschluss von Behindertensport-Verbänden und Organisationen verschiedener Länder. Die Menschen, die dort arbeiten, organisieren die Paralympics.
1991 schlossen das Internationale Olympische Komitee (für die Olympischen Spiele verantwortlich) und das Internationale Paralympische Komitee einen Vertrag. In diesem steht, dass ab den Sommerspielen 1992 in Barcelona (Spanien) alle Paralypmics am selben Ort wie die Olympischen Spiele stattfinden werden.
2001 schlossen die beiden eben genannten Komitees wieder einen Vertrag. Dort wurde festgelegt, dass die Paralympics immer zwei Wochen nach den Olympischen Spielen stattfinden werden. Außerdem ist der Ort der Wettkämpfe bei beiden Veranstaltungen der gleiche. Die Städte, die sich für die Olympischen Spiele bewerben, müssen sich auch für die Paralympics bewerben. Eine Stadt, welche die Spiele gerne austragen möchte, muss verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Deshalb müssen sich Städte für die Spiele bewerben.

Das Wort „Paralympics“
Die Bezeichnung „Paralympics“ setzt sich aus den griechischen Worten „Para“ (= neben) und „Olympics“ zusammen und soll das Nebeneinander und die Ähnlichkeit der Olympischen und Paralympischen Spiele ausdrücken. Offiziell wurde der Begriff das erste Mal bei den Olympischen Spielen 1988 in Korea verwendet. Vorher wurden die Wettkämpfe „Weltspiele der Gelähmten“ oder „Olympiade der Behinderten“ genannt.

Von Simon Diedrich