Mittelalterfeste: Mit Gauklern in die Vergangenheit

Ritter stehen Wache. Eine Magd backt Brot. Ein Schmied hämmert ein Hufeisen. All das kannst du auf Mittelalterfesten erleben – oder mitmachen, mit der Gruppe „Drei Kronen“ aus Trier.

Plötzlich fühlt sich Jennifer nicht wohl, sie braucht Hilfe. Die Kinder, die die junge Gauklerin begleiten, haben ein Problem. Zum Glück sind sie auf dem Mittelalterfest, in der Zeit von Rittern, Burgdamen und Gauklern. Denn diese können nicht nur jonglieren, tanzen oder musizieren, sondern auch Kranke pflegen. Statt eines Arztes suchen die Kinder also ein Rezeptbuch, um einen Heiltrank zu erstellen. Die Mittel dafür gibt es bei Händlern auf dem Markt. Und Jennifer, die im echten Leben an der Universität Trier studiert, kann geheilt werden.

Die Krankheitsgeschichte ist Teil des Projekts „Die Drei Kronen“: Jennifer und ihre Kronen-Mitstreiterinnen Lana, Maya und Carolin bieten eine Kinderbetreuung auf den Mittelalterfesten in Trier und Birkenfeld an. „Die Kinder sollen Spaß haben“, sagt Jennifer, und das Leben der Gaukler selbst kennenlernen. Dazu gehört übrigens auch, auf dem Markt selbst mal Bälle in die Luft zu werfen.

Die Gaukler galten im Mittelalter als „niederes Volk“. „Sie mussten aufpassen, was sie erzählten, sie hatten keine Rechte“, erklärt Carolin. Trotzdem wäre Maya im Mittelalter lieber Gauklerin als Königin gewesen. „Weil sie so frei und künstlerisch waren und reisen konnten“, sagt die Studentin. Der Beruf einer Königin hingegen: „Zu stressig“, sagen die Kronen-Organisatorinnen. Und auch Ritter sein ist kein Traumberuf: Die Rüstung sei schwer, gekämpft wurde ja auch. Und das war gefährlich …

Jennifer wäre lieber eine Zofe gewesen – „Ein schönes Leben und keine Verantwortung“ –, Carolin Bäuerin und Lana Gänsemagd. „Weil ich dann nicht auf andere angewiesen wäre.“

Und ihr? Was wärt ihr gern im Mittelalter gewesen?

EXTRA: Die Drei Kronen
Das Angebot der Drei Kronen in Bernkastel-Kues, Trier und Birkenfeld richtet sich an Kinder von 6 bis 12 Jahren. Wer mitmachen will, kann sich vorab im Internet anmelden auf www.mittelaltertage.com. Dort könnt ihr auch an einem Malwettbewerb teilnehmen und Preise gewinnen. Oder ihr kommt ohne Anmeldung zum Zelt der „Drei Kronen“ auf den Mittelalterfesten in Bernkastel-Kues, Trier oder Birkenfeld.

EXTRA: Mittelalterfeste in deiner Nähe

Auf Mittelalterfesten seht ihr mit Sicherheit Menschen, die sich anziehen, wie es vor vielen Jahrhunderten wohl üblich war. Man sagt dazu: Sie sind gewandet (vom Wort Gewand), und nicht verkleidet.

Sehen könnt ihr das auf diesen Mittelalterfesten in eurer Nähe:

  • Bernkastel-Kues am 9./10. Juni
  • Hesperingen (Luxemburg) am 1./2. Juli
  • Bollendorf am 21./22. Juli
  • Nohfelden am 21./22. Juli
  • Vianden 28. Juli bis 5. August
  • Trier (5. Mittelaltertage) am 29./30. Juli
  • Altenahr 3. bis 5. August
  • Birkenfeld am 11./12. August
  • Wincheringen 11./12. AugustMiguel Castro

Karl Marx: Das sind die Ausstellungen

Karl Marx wurde vor 200 Jahren in Trier geboren. Er wollte die Welt verändern. Damals gab es viel Armut. Erwachsene und Kinder mussten hart schuften, an der Spitze aber regierten Könige und Gruppen, die das Volk nicht mitregieren lassen wollten. Marx schrieb Zeitungsartikel und Bücher für eine neue Welt, er wollte eine „Revolution“.

Nun erinnern viele Veranstaltungen und Ausstellungen an den Mann. Hier gibt es den Überblick:

Landesausstellung „Karl Marx 1818-1883. Leben. Werk. Zeit.“
Wo? Rheinisches Landesmuseum Trier, Weimarer Allee 1, (www.landesmuseum-trier.de) und Stadtmuseum Simeonstift, Simeonstraße 60, (www.museum-trier.de)

Wann? Geöffnet vom 5. Mai bis zum 21. Oktober 2018, Dienstag bis Sonntag und Feiertage je 10 bis 18 Uhr. Angemeldete Gruppen ab 9 Uhr.

Preise: Stadtmuseum acht Euro, Landesmuseum zwölf Euro, Kombiticket 16 Euro, Kinder unter sechs haben freien Eintritt, Audioguide: ein Euro extra, ermäßigte Familien-, Gruppen- und Schülertickets erhältlich.

Öffentliche Führungen im Landesmuseum: samstags 11 bis 12.30 Uhr, sonntags 14 bis 15.30 Uhr, im Simeonstift: samstags 16 bis 17.15 Uhr und sonntags 11 bis 12.15 Uhr, Eintritt plus fünf Euro pro Person.

Partnerausstellungen

Museum Karl-Marx-Haus, Brückenstraße 10, (www.fes.de/Karl-Marx-Haus), geöffnet täglich von 9 bis 18 Uhr, Eintritt: fünf Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Öffentliche Führungen: samstags 14 bis 15.15 Uhr, sonntags 15 bis 16.15 Uhr.

Museum am Dom, Bischof-Stein-Platz 1, (www.museum-am-dom-trier.de), geöffnet dienstags bis sonntags von 10-18 Uhr, Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 5,50 Euro. Öffentliche Führungen: Mittwoch 17 bis 18 Uhr, Sonntag 16 bis 17 Uhr.

Karl-Marx-Card: 20 Euro, ermäßigt 18 Euro, berechtigt zum einmaligen Besuch der Landesausstellung im Rheinischen Landesmuseum Trier und Stadtmuseum Simeonstift sowie den Ausstellungen im Karl-Marx-Haus und im Museum am Dom.

Jubiläumsprogramm: Mehr als 600 Programmpunkte, darunter 300 Führungen, fünf Kongresse, 20 weitere Ausstellungen, 60 Vorträge, 20 Konzerte, 65 Bühnenprogramme, 20 Vorlesungen, 15 Filmvorführungen sowie ein umfangreiches Kinderprogramm. Alle Infos unter www.karl-marx-ausstellung.de

Eisenbahn vor 100 Jahren: Als die Lok noch rauchte

Mal eben zu Oma und Opa mit dem Zug – das war auch vor 100 Jahren schon möglich. Allerdings wurden die Lokomotiven damals nicht mit Strom oder Diesel vorangetrieben. Kohle war der Stoff, mit dem die Züge ans Ziel kamen: Im Innern der mächtigen Kolosse werkelten Dampfmaschinen: Kohle wurde in einen Ofen geschaufelt.

Die Dampfloks fahren heute nur noch als Museumszüge an bestimmten Feiertagen. Das war jüngst der Fall rund um Trier. Eine Fotostrecke findet ihr hier auf der Internetseite des Trierischen Volksfreunds.